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Ehrendoktorwürde für Snowden: Entscheidung rückt näher

22.01.2020 - In den Streit, ob «Whistleblower» Edward Snowden die Ehrendoktorwürde der Universität Rostock bekommt, kommt Bewegung. Nach einem mehrjährigen Ruhen der juristischen Auseinandersetzung soll nun bald eine Entscheidung fallen.

  • Edward Snowden ist auf einer Video-Leinwand zu sehen. Foto: Jörg Carstensen/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Edward Snowden ist auf einer Video-Leinwand zu sehen. Foto: Jörg Carstensen/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Rostock/Greifswald (dpa/mv) - Im seit 2014 laufenden Streit um die Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Rostock an den «Whistleblower» Edward Snowden soll im ersten Halbjahr eine Entscheidung fallen. Dies kündigte eine Sprecherin des Oberverwaltungsgerichts in Greifswald auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur an. Dies sei aber keine Entscheidung über pro oder contra Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät, sondern eine Entscheidung, ob der von der Fakultät beantragten Berufung gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichts in Schwerin stattgegeben wird. Sollte dem so sein, müsste letztlich ebenfalls das Oberverwaltungsgericht über die Ernennung entscheiden.

Die Philosophische Fakultät hatte im April 2014 beschlossen, Snowden für seinen Beitrag zur Bereitstellung und Aufbereitung wichtiger Datenbestände die Ehrendoktorwürde zu verleihen. Der Ex-Geheimdienstler hatte 2013 Dokumente zu Ausspähaktivitäten des US-Abhördiensts NSA und seines britischen Gegenparts GCHQ an Journalisten gegeben. Inzwischen lebt er im Asyl in Moskau.

Die Fakultät sah mit der Aufdeckung der NSA-Praktiken die Funktion eines klassischen Aufklärers erfüllt, Snowden habe damit eine hervorragende wissenschaftliche Leistung erbracht. Unirektor Wolfgang Schareck bewertete dagegen die Übergabe des Datenbestands nicht als wissenschaftliche Leistung, die eine Ehrendoktorwürde rechtfertigen würde, und verhinderte die Ernennung. Das Verwaltungsgericht in Schwerin schloss sich im Juni 2016 der Meinung Scharecks an. Die Fakultät legte Berufung ein, seither liegt das Verfahren beim Oberverwaltungsgericht.

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