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Ein neues Kreuzfahrtterminal ohne Passagiere

02.07.2020 - Kreuzfahrten sind eine wichtige Wirtschaftsbranche für Mecklenburg-Vorpommern. In Rostock-Warnemünde wurden Millionen für mehr Komfort investiert, Passagiere fehlen in der Corona-Krise aber weiterhin.

  • Am 02.07.2020 wird der neue Kreuzfahrtterminal «Warnemünde Cruise Center 8» vorgestellt. Foto: Bernd Wüstneck/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Am 02.07.2020 wird der neue Kreuzfahrtterminal «Warnemünde Cruise Center 8» vorgestellt. Foto: Bernd Wüstneck/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Fast im Minutentakt fährt ein Schiff am neuen Kreuzfahrtterminal in Rostock-Warnemünde vorbei - ein Kreuzfahrtschiff ist jedoch nicht dabei. Für eine vor der Corona-Pandemie boomende Branche ist es ein schwieriges Jahr. Bislang kam 2020 in Warnemünde kein einziges Kreuzfahrtschiff an. Dieses Bild könnte sich in naher Zukunft wieder ändern.

Kreuzfahrten könnten ab August wieder möglich sein, sagte Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) am Donnerstag bei der Vorstellung des fast fertigen zweiten Passagierterminals im Hafen. «Unsere Stadt ist auf Gäste ausgelegt», erläuterte Madsen weiter.

Wenn Gäste wieder an- und ablegen, soll das neue Terminal dies komfortabler machen. Dafür wurden Millionen investiert. Die Kosten liegen laut Wirtschaftsministerium bei rund 15 Millionen Euro, wovon knapp 13,6 Millionen Euro aus dem Ministerium in Schwerin kommen. Für dieses Jahr seien ursprünglich 207 Anläufe von 44 Kreuzfahrtschiffen erwartet worden.

Das Gebäude zur Abfertigung der Passagiere hat laut Ministerium eine Grundfläche von rund 2200 Quadratmetern, hinzukommen weitere 1000 Quadratmeter für Büro- und Zollnutzung. Laut Rostocker Hafen wurden etwa 1900 Quadratmeter Glas verbaut und 556 Stahlbetonpfähle in elf Metern Tiefe eingesetzt.

«Die Situation ist existenzbedrohend», konstatierte der Geschäftsführer von Rostock Port, Jens Scharner, mit Blick auf die fehlenden Kreuzfahrer. Mehrere Hundert Menschen hätten Arbeit, wenn ein Kreuzfahrtschiff anlege. Der Hafen sei bereit für Kreuzfahrtschiffe unter veränderten Voraussetzungen. Aida Cruises ist nach eigenen Angaben zuversichtlich, angesichts der Lockerungen im innereuropäischen Reiseverkehr die Reisesaison noch in diesem Sommer unter angepassten Bedingungen fortsetzen zu können. Wegen der Pandemie hatte das Unternehmen bereits alle Fahrten auf den 14 Schiffen ihrer Flotte bis 31. Juli abgesagt. 46 Mal sollten Aida-Schiffe ursprünglich in diesem Jahr in Warnemünde anlegen.

Die wirtschaftlichen Schäden durch die fehlenden Luxusliner dürften bereits jetzt in die Millionen gehen für Mecklenburg-Vorpommern. Im vergangenen Jahr ergaben sich laut Wirtschaftsministerium unter Berufung auf eine Studie des Kieler Instituts für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa Einnahmen von 43,3 Millionen Euro in MV durch die Kreuzfahrtschiffe.

«Durch die Corona-Pandemie steht diese Kreuzfahrtbranche derzeit vor großen Herausforderungen. Allein die an- und abreisenden Passagiere sowie die Tagesausflügler tragen erheblich zur Wertschöpfung bei, vor allem in Rostock-Warnemünde fehlen jetzt Einnahmen im Einzelhandel und in der Gastronomie», sagte Wolfgang Waldmüller, Vorsitzender des Landestourismusverbandes.

Im vergangenen Jahr gingen rund 900 000 Seereisende in Warnemünde bei 196 Schiffsanläufen an und von Bord der 40 Kreuzfahrtschiffe. Der Ausblick auf dieses Jahr war positiv im Hafen, das neue Terminal soll ein wichtiges Puzzleteil für die Attraktivität des Standortes sein. Die Deutsche Bahn hatte rund 65 Millionen Euro in den in die Jahre gekommenen Bahnhof investiert. Die Arbeiten wurden vor einigen Wochen abgeschlossen.

Ebenfalls am Donnerstag wurde die Landstromanlage in Warnemünde vorgestellt. Diese soll laut Ministerium noch in diesem Jahr fertiggestellt sein. «Die Kreuzschifffahrt der Zukunft wird und muss nachhaltig sein», sagte MV-Wirtschaftsstaatssekretär Stefan Rudolph. Es brauche neue Schiffe und an Land die entsprechenden Voraussetzungen, damit sich der CO2-Ausstoß deutlich verringere. Die Kosten belaufen sich demnach auf 17,2 Millionen Euro.

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