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Engagiert für das Ehrenamt: Hannelore Kohl in Greifswald

12.01.2020 - Die Richterin Hannelore Kohl geht im Ehrenamt auf: Nach Jahren an der Spitze des Oberverwaltungs- und des Landesverfassungsgerichts in Greifswald steht sie inzwischen der Ehrenamtsstiftung des Landes vor. Für ihr Engagement erhält sie nun den Landesverdienstorden.

  • Die Vorsitzende der Ehrenamtsstiftung für Mecklenburg-Vorpommern, Hannelore Kohl. Foto: Jens Büttner/zb/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Vorsitzende der Ehrenamtsstiftung für Mecklenburg-Vorpommern, Hannelore Kohl. Foto: Jens Büttner/zb/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Greifswald (dpa/mv) - Hannelore Kohl ist eine Powerfrau im besten Sinne: klug, vorausschauend, ideenvoll. Die Juristin ist schnell zu begeistern, was ihr Mitgliedschaften in einer ganzen Reihe von Vereinen eingebracht hat. Teils nur als zahlendes Mitglied, teils im Vorstand. In den vergangenen Jahren hat die 71-Jährige die meiste Energie in den Aufbau der Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommerns gesteckt. Die Stiftung war Mitte 2015 gegründet worden. «Es war fast, als hätte ich eine neue Stelle angetreten», erinnert sich Kohl.

Eineinhalb Jahre zuvor legte sie mit 65 Jahren das Amt als Präsidentin des Oberverwaltungsgerichts in Greifswald nieder. 16 Jahre lang hatte sie dort an der Spitze gestanden, als erste Frau in Deutschland auf einem solchen Posten. Bis 2017 war sie zusätzlich im Ehrenamt Präsidentin des Landesverfassungsgerichts. Ende 2019 gab sie nach 33 Jahren den Vorsitz der Bundesschiedskommission der SPD ab.

Am Montag erhält die Richterin in Stralsund beim Neujahrsempfang der Ministerpräsidentin den Landesverdienstorden für ihr Engagement und den Aufbau ehrenamtlicher und demokratischer Strukturen im Land. Kohl kam 1997 nach Stationen als Verwaltungsrichterin in Frankfurt/Main, wo sie auch geboren wurde, und Kassel nach Vorpommern. Früh stand für sie fest, auch im Ruhestand in Greifswald zu bleiben.

2015 sollte die Stiftung für Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement in Güstrow so schnell wie möglich zum Laufen gebracht werden. Anfängliche Zweifel und Kritik, die Stiftung diene der parteipolitischen Profilierung der SPD und das Geld solle lieber direkt an die Ehrenamtlichen gegeben werden, hält Kohl für überwunden: «Wir begreifen uns als die zentrale Anlaufstelle für das Ehrenamt auf Landesebene.»

Neben der finanziellen Förderung von Projekten stehe das Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen den Bürgern in Vereinen, Initiativen und Institutionen unterstützend und beratend zur Seite, etwa bei Fragen des Vereins- und Steuerrechts oder der Gemeinnützigkeit. «Das teuerste und wertvollste, was diese Menschen zu geben haben, ist ihre Zeit. Und die sollen sie nicht verschwenden müssen mit der langwierigen Suche nach Antworten auf ihre Fragen, dem Durcharbeiten von Bergen an Unterlagen oder auf der Suche nach potenziellen Fördermittelgebern», hatte die Juristin damals gesagt.

Getreu diesem Motto hat die Stiftung für Ehrenamtler zum Beispiel landesweit Veranstaltungen mit den Finanzämtern zur Gemeinnützigkeit und mit den Landgerichten zu Satzungsfragen organisiert. Zu jedem Treffen seien 100 bis 150 Teilnehmer gekommen. «Eine gute Resonanz», findet Kohl. Der Jahresetat von künftig 1,6 Millionen Euro sei gut angelegt organisatorisch effizienter als die Förderung aus vielen kleinen Einzeltöpfen in den verschiedenen Behörden.

Kohls erstes Ehrenamt in ihrer Greifswalder Zeit war die Arbeit in der Caspar-David-Friedrich-Gesellschaft, deren Vorsitzende sie mittlerweile ist. Sie sei kunst- und kulturinteressiert. Und als Juristin sei sie im Vorstand gern gesehen gewesen, sagt sie. Ehrenamtlich tätig zu sein liege ihr wohl in den Genen, ihre Eltern hätten es im Sport vorgelebt.

Sie selbst war in der Jugend Basketballerin, sogar im Leistungssport. Ihr mache es Spaß, Leute in Kontakt zu bringen, Netzwerke zu entwickeln. Wichtig ist ihr, schon Kinder für gesellschaftliches Engagement zu begeistern. «Soziales Verhalten kann man nicht verordnen, man kann es vorleben und spannend gestalten, wie in den Projekten «Lernen durch Engagement» in Schulen», meint sie. Eine Überfrau, die alles unter einen Hut bringt, ist Kohl dennoch nicht. Bei ihrer Arbeit sei es für sie leichter gewesen, weil sie nicht verheiratet war, keine Kinder hat. «Ich war immer Herrin meiner Zeit.»

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