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Frostige Mainächte hinterlassen Spuren auf Obstplantagen

09.05.2019 - Von wegen Wonnemonat Mai: in den frostigen Nächten sind im Nordosten viele Blüten von Obstbäumen und Erdbeeren erfroren. Sogar für den Raps ist es zu kalt.

  • Eine Apfelblüte ist nach einer Frostschutzberegnung mit Eis bedeckt. Foto: Benedikt Spether/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Apfelblüte ist nach einer Frostschutzberegnung mit Eis bedeckt. Foto: Benedikt Spether/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schwerin (dpa/mv) - In Obstgärten und -plantagen im Nordosten haben die frostigen Mainächte ihre Spuren hinterlassen. Viele Blüten sind erfroren. «Die Frostschäden sind offensichtlich», sagte der Obstbau-Berater Rolf Hornig in Schwerin. Für verlässliche Aussagen über das Ausmaß sei es aber zu früh. Das Unternehmen Boddinobst (Landkreis Ludwigslust-Parchim) als einer der großen Apfelanbauer in Mecklenburg-Vorpommern habe schon mindestens zehn Nächte lang die Frostschutzberegnung in Gang gesetzt. Die Blüten sind einumhüllt vor tieferen Temperaturen geschützt. «Das zeigt, was es in diesem Jahr für ein riesiger Aufwand ist, Früchte an die Bäume zu bekommen», sagte Hornig. Hinzu komme noch, dass die Bienen seit Anfang Mai keine guten Bedingungen hätten, es sei einfach zu kalt.

Landwirtin Yvonne von Laer aus Tieplitz bei Güstrow baut Erdbeeren und Spargel an. Die blühenden Erdbeeren sind durch Vlies vor dem Frost geschützt. Aber so kommen keine Insekten zur Bestäubung an die Blüten. Täglich alle Reihen auf- und zuzudecken sei nicht machbar, sagte sie und tröstet sich damit, dass ein Teil der Erdbeeren noch gar nicht blüht und die anderen sehr viele Blüten haben. Auch die begehbaren Tunnel, unter denen bei großen Anbauern Erdbeeren wachsen, werden laut Hornig in kalten Nächten noch extra zugedeckt. Der Aufwand sei riesig.

Spargel wächst auf den Feldern bei Tieplitz vor Frost geschützt unter Folien, die nur zum Stechen abgenommen werden. Morgens zwischen fünf und sechs Uhr sei es noch so kalt, dass die empfindlichen Spargelköpfe erfrieren könnten, sagte von Laer. Also fangen die Erntehelfer erst drei Stunden später an.

Temperaturen um den Gefrierpunkt bereiten auch den Ackerbauern Sorgen. Vor allem der in voller Blüte stehende Raps kann bei Minusgraden Schaden nehmen. «Wenn die Blüten erfrieren, setzt die Pflanze keine Fruchtstände an», sagte Frank Schiffner vom Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern. Das bedeute weniger Rapsschoten und geringere Erträge. Außerdem verursache der Frost Risse in den Stängeln, was den Wasser- und Nährstofffluss und damit das Wachstum behindere. Auch könnten Pilze dem Raps dann schneller schaden.

Für die gerade keimenden Zuckerrüben sind Nachtfröste ebenfalls eine Herausforderung. «Sinken die Temperaturen unter minus fünf Grad, werden die Keimblätter braun und sterben ab», sagte Schiffner. Das sei im Land bisher jedoch nur in wenigen Lagen der Fall. Etwas Positives hat die kühle Witterung für die Landwirte aber auch: Sie schmälert die Verdunstung auf den viel zu trockenen Böden.

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