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Frühjahrszählung: Fast ein Drittel weniger Nandus gesichtet

07.04.2020 - Bei der Frühjahrszählung der Nandus sichten die Helfer im norddeutschen Verbreitungsgebiet 247 Tiere - gut 30 Prozent weniger als vor einem Jahr. Doch heißt das wirklich, dass die Population kleiner geworden ist?

  • Nandus stehen auf einem Feld zwischen Utecht und Schlagsdorf. Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Nandus stehen auf einem Feld zwischen Utecht und Schlagsdorf. Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Frühjahrszählung von Europas einzigen wildlebenden Nandus hat fast ein Drittel weniger Tiere ergeben als ein Jahr zuvor. Die beteiligten Ranger des Biosphärenreservates Schaalsee, Landwirte und Helfer sichteten 247 Tiere, wie ein Sprecher des Agrar- und Umweltministeriums in Schwerin der Deutschen Presse-Agentur sagte. Im Frühjahr 2019 waren 362 Nandus im Hauptverbreitungsgebiet am Ratzeburger See an der Grenze von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein erfasst worden.

Der ersten Rückgang nach jahrelangem Wachstum der Population war im Herbst festgestellt worden, nachdem 2019 erstmals 20 ausgewachsene Hähne zum Abschuss freigegeben worden waren. Sie sind für das Ausbrüten der Jungen zuständig. Bei der Zählung im November wurden 456 der aus Südamerika stammenden Tiere festgestellt nach 566 im Herbst davor.

Entstanden aus einer Handvoll um die Jahrtausendwende aus einer Privathaltung bei Lübeck entlaufener Tiere, gedieh die einzige wilde Nandu-Population Europas bis dahin prächtig. Natürliche Feinde haben ausgewachsene Tiere von Rhea americana in der norddeutschen Tiefebene nicht. Nahrung finden die Tiere auf den Feldern reichlich.

Die örtlichen Landwirte bezweifeln, dass die Population kleiner geworden ist. «Nach den Abschüssen im vergangenen Jahr sind die Nandus scheuer geworden und haben sich über ein größeres Gebiet verteilt, das berichten uns die Bauern», sagte die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Nordwestmecklenburg, Petra Böttcher. Nachdem seit einigen Jahren Gelege manipuliert und die Eier darin unfruchtbar gemacht werden, versteckten die Nandus ihre Nester besser. Sie seien schwerer zu finden als früher. Außerdem sei es dieses Jahr am Zähltag kalt gewesen und ein Teil der Tiere habe sich vermutlich in den Wald zurückgezogen. So hätten die Zähler sie nicht sichten können.

Über ein Projekt zur Telemetrierung will das Schweriner Agrar- und Umweltministerium herausfinden, wie groß das Verbreitungsgebiet der Nandus inzwischen geworden ist. Dazu würden einzelne Tiere mit Sendern versehen, hieß es. Weiterhin würden zu wissenschaftlichen Zwecken und Nahrungsuntersuchungen bis zu 20 adulte und 29 juvenile Nandus im Biosphärenreservat Schaalsee entnommen. Nandus verursachten weiterhin erhebliche Schäden auf Raps- und Getreidefeldern, räumte das Ministerium ein. Deshalb dürften Landwirte auch dieses Jahr wieder Eier anbohren.

Außerdem wurde der Nandu in Mecklenburg-Vorpommern jüngst ins Jagdrecht aufgenommen. Küken und Jährlinge dürfen künftig ganzjährig geschossen werden. Für Hähne und Hennen ab einem Alter von zwei Jahren gilt dies vom 1. November bis zum 31. März.

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