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Fünfeinhalb Jahre Haft für Kindesmissbrauch

22.06.2020 - Schon zum zweiten Mal ist ein Mann in Schwerin zu mehr als fünf Jahren Haft wegen eines Falls von schwerem Kindesmissbrauch verurteilt worden. Doch Staatsanwaltschaft und Verteidigung gehen möglicherweise erneut in Revision.

  • Eine Statue der Justitia hält eine Waage in der Hand. Foto: picture alliance / David Ebener/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Statue der Justitia hält eine Waage in der Hand. Foto: picture alliance / David Ebener/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wegen schweren Kindesmissbrauchs hat das Landgericht Schwerin einen 38-jährigen Mann zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Vor der Urteilsbegründung am Montag schloss das Gericht die Öffentlichkeit aus, um die Privatsphäre der Opfer zu schützen. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Angeklagten vorgeworfen, sich zwischen Januar 2017 und Juni 2018 mehrfach an der anfangs acht Jahre alten Tochter seiner damaligen Lebensgefährtin vergangen zu haben. In einem Fall soll auch eine fünfjährige Freundin des Mädchens betroffen gewesen sein.

Die Staatsanwaltschaft will nach eigenen Angaben prüfen, ob sie gegen das Urteil Revision einlegt. Der Verteidiger kündigte ebenfalls Revision an. Beiden geht es um die Schuldfähigkeit des Mannes. Das Gericht hatte kurz vor dem Ende der Beweisaufnahme einen Antrag der Staatsanwaltschaft abgelehnt, laut dem ein weiterer Gutachter prüfen sollte, ob der Angeklagte schuldfähig ist. Nach Ansicht des Gerichts hatte ein anderer Gutachter diese Frage längst positiv beantwortet. Auch der Verteidiger meinte, das Gericht habe sich nicht genügend mit der Schuldfähigkeit des 38-jährigen befasst.

Der Schweriner war wegen derselben Delikte vom Landgericht Schwerin bereits 2019 zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil unter anderem mit der Begründung auf, dass das Gericht aus der Mimik des Angeklagten während einiger Zeugenaussagen auf ein Schuldeingeständnis geschlossen habe.

Der Angeklagte selbst, der laut Gutachten intelligenzgemindert und verhaltensauffällig ist, hatte die Taten zu Beginn des Prozesses bestritten. Ursprünglich waren ihm auch drei exhibitionistische Handlungen gegenüber verschiedenen Frauen vorgeworfen worden. Die Verfahren wurden mit Blick auf die Höhe der Strafe in der Hauptsache eingestellt.

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