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Gartennachbar gefoltert: Forderung nach langen Haftstrafen

19.08.2019 - Über Stunden sollen zwei Männer einen Gartennachbarn geschlagen und schwer verletzt haben. Zum Prozessauftakt hatten beide die Taten teilweise eingeräumt. Nun droht ihnen Gefängnis.

  • Handschellen liegen auf einem Tisch. Foto: Armin Weigel/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Handschellen liegen auf einem Tisch. Foto: Armin Weigel/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Rostock (dpa/mv) - Im Prozess um eine brutale Körperverletzung in einer Gartenanlage in Lalendorf bei Güstrow (Landkreis Rostock) hat die Staatsanwaltschaft lange Haftstrafen gefordert. Für den 35 Jahre alten Hauptangeklagten plädierte sie am Montag am Landgericht Rostock auf eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren und zehn Monaten, der zweite, 63 Jahre alte Angeklagte, soll fünf Jahre und sechs Monate hinter Gitter. Nach Auffassung der Anklagebehörde haben sich die Tatvorwürfe in allen Punkten bestätigt. Danach haben die mutmaßlichen Täter Anfang März ihr 39 Jahre altes Opfer zwei Stunden lang mit Faustschlägen und Hieben mit einem Axtstiel gequält. Der Mann wurde schwer verletzt und lag mehrere Tage auf der Intensivstation.

Die Verteidiger wiesen in ihren Plädoyers den Vorwurf einer Geiselnahme zurück. Für den Jüngeren plädierte dessen Anwalt auf eine Haftstrafe zwischen drei und vier Jahren. Der Anwalt des Älteren sah in der Tat nur eine gefährliche Körperverletzung und beantragte eine einjährige Bewährungsstrafe. In ihren Schlussworten entschuldigten sich die Angeklagten bei ihrem Opfer. Der Ältere hatte schon während des Prozesses sein Bedauern über die Tat ausgedrückt.

Laut Staatsanwaltschaft hatten die beiden Angeklagten gemeinsam beschlossen, ihr Opfer zusammenzuschlagen. Dafür hätten sie es in eine Gartenlaube gelockt. Dort hätten sie dessen Handy mit einer Axt zertrümmert und anschließend dem Mann mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Sie hätten den Mann ausgezogen und weiter auf ihn eingeschlagen. Der Mann verlor dabei einen Zahn. Sie hätten ihn zudem fünf Minuten lang nackt Holz hacken lassen und ihn dabei gefilmt. Der Staatsanwalt sprach in seinem Plädoyer von einem menschenverachtenden Geschehen.

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