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Gastronomie: Schlimmste Befürchtungen wurden wahr

16.04.2020 - Große Enttäuschung im Tourismus, bei Hotels und Gaststätten: Die Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen hat ihre Erwartungen nicht erfüllt. Die Gastronomen fordern ein sofortiges Rettungspaket.

  • Hochgeklappte Tische stehen in der Fußgängerzone vor einer Gastwirtschaft. Foto: Uwe Anspach/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Hochgeklappte Tische stehen in der Fußgängerzone vor einer Gastwirtschaft. Foto: Uwe Anspach/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die von Bund und Ländern beschlossene Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen stellen Touristiker in Mecklenburg-Vorpommern nicht zufrieden. Der Geschäftsführer des Landestourismusverbands, Tobias Woitendorf, äußerte sich am Donnerstag enttäuscht darüber, dass das Reise- und Übernachtungsverbot bis zum 3. Mai verlängert wurde. Es gebe noch keine Aussicht, wie es für die Branche weitergehen werde, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Mecklenburg-Vorpommern, Lars Schwarz, erklärte, die schlimmsten Befürchtungen der Hoteliers und Gastronomen seien wahr geworden.

Das Gastgewerbe sei die am stärksten betroffene Branche in dieser Krise: «Nicht nur dass unsere Betriebe die ersten waren, die geschlossen wurden, nunmehr ist klar, dass wir auch die letzten sein werden, die wieder öffnen dürfen», kritisierte er. Der Dehoga fordert ein sofortiges Rettungspaket, um eine Pleitewelle und Massenarbeitslosigkeit in der Branche zu verhindern. Die rund 6000 Betriebe des Gastgewerbes mit ihren rund 55 000 direkt Beschäftigten hätten gehofft, dass der geschäftliche Alltag langsam und mit Auflagen wieder anlaufen könne, sagte Schwarz. Umso notwendiger sei jetzt ein Rettungspaket.

Der Dehoga schlägt vor, die Mehrwertsteuer für gastronomische Umsätze ab dem ersten Tag der Wiedereröffnung von 19 auf 7 Prozent zu senken. Das würde die Umsatzausfälle aufgrund der zu erwartenden Abstandsregelungen mit entsprechend weniger Gästen etwas kompensieren. «Die Absenkung wäre völlig unbürokratisch, antragslos und sofort wirksam», sagte Schwarz. Mittelfristig würde das helfen, Kredite tilgen zu können. Im Abhol- und Liefergeschäft, das einige Unternehmen anbieten, gelte bereits heute die Umsatzsteuer von 7 Prozent. Diese Maßnahme könnte die dringend benötigte Perspektive sein, äußerte Schwarz. Neben der steuerlichen Entlastung sei ein Rettungs- und Entschädigungsfonds für das Gastgewerbe nötig.

Auch Woitendorf sagte, die Existenzangst bei den Betrieben sei deutlich zu spüren. «Wir müssen bis zum Stichtag 3.5. versuchen, mit der Branche und der Politik eine Schrittfolge erarbeiten, wie wir unter Einhaltung des Gesundheitsschutzes den Tourismus schrittweise neu starten können.» Noch versuchten die Unternehmen durchzuhalten. Aber wenn es Anfang Mai keine klare Richtung für den Tourismus gebe, werde sich Resignation breit machen.

Woitendorf verwies auf die gemeinsam mit dem Dehoga der Landesregierung vorgelegte Lösungsskizze für den Neustart nach der Corona-Pandemie. Demnach sollten die Bewegungsspielräume im eigenen Land vorsichtig größer werden. In der ersten Phase könnten touristische Angebote wieder zugelassen werden, bei denen Besucher und Gäste in hinreichender Distanz zueinander bleiben, etwa in größeren Gaststätten oder in der Freiluftgastronomie.

Hart betroffen von den coronabedingten Einschränkungen sind auch die Kinder- und Jugendübernachtungsstätten. Bei Schullandheimen machten Klassenfahrten etwa die Hälfte der Einnahmen aus, bei Jugendherbergen ein Drittel. Darauf machte die Linksfraktion im Landtag aufmerksam. Durch die Stornierung der Schüler- und anderer Gruppenfahrten seien die Häuser existenziell gefährdet. Faktisch sei die Saison im laufenden Schuljahr heute schon so gut wie vorbei. Größere Reserven hätten die rund 150 Einrichtungen im Land nicht.

Die IHK zu Schwerin fordert eine massive Unterstützung vieler Betriebe, insbesondere im Tourismus als einer Schwerpunktbranche des Landes. Im Tourismusland Nr.1 in Deutschland müsse diese Branche vor einem nachhaltigen wirtschaftlichen Kollaps geschützt werden.

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