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Netzwerk gentechnikfreier Regionen: MV soll Mitglied werden

19.06.2019 - Um den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft ist es ruhig geworden. Doch dank neuer Techniken befürchten Gegner, dass sie neuen Auftrieb bekommt.

  • Mitglieder des 14. Landestreffens der gentechnikfreien Regionen in MV. Foto: Bernd Wüstneck © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Mitglieder des 14. Landestreffens der gentechnikfreien Regionen in MV. Foto: Bernd Wüstneck © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Dalwitz (dpa/mv) - Mecklenburg-Vorpommern soll nach dem Willen von Gentechnikgegnern Mitglied im Europäischen Netzwerk gentechnikfreier Regionen werden. Elf Bundesländer seien bereits in dieses Netzwerk eingetreten, sagte der Agrarexperte der Umweltschutzorganisation BUND, Burkhard Roloff, am Mittwoch bei einer Tagung der 13 gentechnikfreien Regionen in Mecklenburg-Vorpommern am Mittwoch in Gut Dalwitz bei Laage. Gleichzeitig solle sich die Landes- bei der Bundesregierung dafür einzusetzen, dass die sogenannten neuen Gentechnik-Verfahren weiterhin als Gentechnik reguliert werden.

Hintergrund der Forderung ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom Juli 2018. Demnach fallen auch die neuen Gentechnik-Methoden - das sogenannte Crispr-Verfahren - unter EU-Recht. Mit dieser Gen-Schere könne das Erbgut von Pflanzen gezielter und schneller positiv beeinflussen werden als durch die klassische Züchtung. Im Ergebnis sei beides nicht zu unterscheiden.

Laut Roloff müssen die neuen Verfahren einem amtlichen Zulassungsverfahren mit Risikoanalyse und -bewertung unterzogen werden. «Die Transparenz und Rückverfolgbarkeit der gentechnischen Veränderung sind zu gewährleisten.»

Agrarminister Till Backhaus (SPD) steht der Einführung neuer Züchtungsmethoden grundsätzlich positiv gegenüber. Neue Verfahren seien notwendig, um auf Herausforderungen zu reagieren. «Wenn wir uns den neuen Ansätzen in diesem Bereich verschließen, laufen wir Gefahr, dass wir uns in Europa ins Abseits stellen», sagte Backhaus.

Als Beispiel führte er die Pflanzenzucht sowie die Folgen des Klimawandels, neue Schadpilze oder der Wunsch nach weniger Dünger auf dem Acker an. Auf diese Herausforderungen reagierten Pflanzenzüchter mit neuen Sorten und nutzten dafür die jeweils am besten geeigneten Züchtungsmethoden. «Die Debatte um die Genaufbereitung ist gewissermaßen auch eine Debatte über die Freiheit von Lehre und Forschung. Für mich ist diese Freiheit ein hohes Gut.» Sie ermögliche, Entscheidungen auf wissenschaftlicher Basis zu treffen.

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