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Haareschneiden in Corona-Zeiten: Die Nöte der Friseure

25.01.2021 - Seit über einem Monat sind die Friseursalons wegen Corona geschlossen. Die Haare wachsen unbeirrt weiter. Schwarzarbeit greift um sich, heißt es aus der Branche.

  • Einer Kundin werden in einem Friseursalon die Haare frisiert. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Einer Kundin werden in einem Friseursalon die Haare frisiert. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Magst Du nicht zum Kaffee rumkommen und mir bei der Gelegenheit rasch die Haare schneiden?» Anrufe wie diese bekommen Friseure im Land derzeit häufiger. «Nein», sagt Ines Tietböhl vom Demminer Salon City Haarmoden dann. «Kannst Du nicht eine Ausnahme machen? Es sieht doch keiner.» - «Nein, nein, nein, das mache ich nicht.» Doch leider sagten nicht alle Nein, die Schwarzarbeit lasse grüßen, berichtet die Chefin des Landesinnungsverbandes des Friseurhandwerks und der Kosmetiker in Mecklenburg-Vorpommern. Denn nur mit Kurzarbeitergeld und ohne Trinkgeld sei es schwierig. Es herrsche viel Frust und Unmut.

Als schlimm empfinden es die Salonbetreiber nach Tietböhls Worten, dass die versprochenen staatlichen Hilfen noch immer auf sich warten ließen. Die 1276 Friseursalons in Mecklenburg-Vorpommern mussten Mitte Dezember mit dem Beginn des harten Lockdowns schließen. Wer in den letzten Tagen noch 17 Stunden im Laden gestanden habe, dem falle das jetzt bei den Hilfen auf die Füße, weil der Umsatz entsprechend hoch gewesen sei, so Tietböhl. Für die Januar-Überbrückungshilfe gebe es nach zwei Drittel des Monats noch immer kein Formular.

Sie lebe derzeit von ihren Reserven. Eine Mitarbeiterin ihres Salons sei glücklicherweise in Elternzeit, die andere habe sie zu Jahresbeginn in Kurzarbeit schicken müssen. «Aber auch das Kurzarbeitergeld muss ich als Arbeitgeber erst einmal vorstrecken, ich bekomme es später von der Arbeitsagentur erstattet.» Sie selbst erhalte keinen Lohnersatz. «Obwohl wir auf unseren Unternehmerlohn auch Steuern zahlen. Da finde ich es schon ungerecht, dass wir jetzt nichts bekommen.» Manchem bleibe nur, Hartz IV zu beantragen. Das sei bitter.

Immerhin könne die Ausbildung des beruflichen Nachwuchses fortgesetzt werden. Azubis könnten in die Salons kommen und an Puppenköpfen trainieren. Für Prüfungen, bei denen echte Menschen frisiert werden müssten, könnten dann Mitglieder des eigenen Haushalts mitmachen. So sei die Lage: Wer einen Auszubildenden habe, stehe im Laden, bilde unter strengen Hygieneauflagen aus, habe aber keine Einnahmen. «Abgesehen vielleicht von einem Gutschein oder einem Pflegeprodukt, das an der Tür verkauft wird.»

Auch die Handwerkskammer Schwerin fordert eine schnellere Bewilligung und Auszahlung der Überbrückungshilfen. Die Antragsverfahren seien gerade für kleinere Betriebe zu bürokratisch, kritisiert der Präsident der Handwerkskammer, Uwe Lange. «Neben den bereits angekündigten Verbesserungen bei den kurzfristigen Finanzhilfen brauchen wir aber auch langfristig wirksame Lösungen im Steuerrecht, von denen alle unsere Betriebe profitieren können und die unmittelbar liquiditätssichernd wirken.» Vor allem seien Verbesserungen bei den Verlustrückträgen und Rücklagen nötig. «Aber auch eine umsichtige Finanzverwaltung, die sich in diesen Zeiten unbürokratisch und ohne Generalverdacht mit den Sorgen und Nöten unserer Betriebe auseinandersetzt, ist jetzt gefragt.»

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