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Hesse: Förderprogramme für Digitalisierung im Studium

30.11.2018 - Bund und Länder wollen dafür sorgen, dass an Schulen und Hochschulen die Vorteile der Digitalisierung endlich zum Tragen kommen. Bildungsministerin Hesse kündigt Finanzhilfen an und plädiert «für Neugier, Offenheit und in allem: Menschlichkeit».

  • Die Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) sitzt in einer Pressekonferenz. Foto: Stefan Sauer/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) sitzt in einer Pressekonferenz. Foto: Stefan Sauer/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wismar (dpa/mv) - Mit Millionenzuwendungen will die Landesregierung Hochschulen und Universitäten in Mecklenburg-Vorpommern bei der Digitalisierung von Forschung und Lehre unterstützen. «Wir haben ein Forschungsprogramm Digitalisierung in Höhe von 10 Millionen Euro aufgelegt, des Weiteren ein Programm Digitale Lehre im Umfang von 8,5 Millionen Euro», sagte Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) am Freitag anlässlich der 5. Hochschulpolitischen Konferenz in Wismar.

Weitere 1,5 Millionen Euro würden für eine bessere medienpädagogische Ausbildung bereitgestellt. Damit solle erreicht werden, dass alle Lehrer im Land ein Grundgerüst an Medienbildung erhalten, um Schülern entsprechende Kompetenzen vermitteln zu können. Erst vor einer Woche hatten sich Lehrer von allgemeinbildenden Schulen beim Schulkongress in Rostock mit den Folgen der Digitalisierung befasst. Oppositionspolitiker sowie Vertreter von Hochschulen und Wirtschaft hatten das Land zu mehr Engagement im Prozess der Digitalisierung ermahnt.

Nach Hesses Ansicht bieten die digitalen Technologien den Hochschulen neue Möglichkeiten, Wissen zu gewinnen, zu systematisieren und in andere gesellschaftliche Bereiche zu übertragen. Die Hochschule in Wismar mit der von ihr gegründeten WINGS GmbH gehöre dabei zu Vorreitern. Berufsbegleitend würden Fern- und Online-Studiengänge angeboten. «Von diesen Erfahrungen können auch andere profitieren», meinte Hesse. Wie bei anderen Herausforderungen und Entwicklungen auch, hänge vieles daran, mit welcher Haltung man der Digitalisierung begegne. «Ich plädiere für Neugier, Offenheit und in allem: Menschlichkeit.» Die Technik müsse der Bildung dienen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Mecklenburg-Vorpommern warnte ebenfalls vor einer von technischen Neuerungen getriebenen Entwicklung. «Digitalisierung kann die Lehre an den Hochschulen wesentlich befruchten, Lehre und Forschung näher zusammenrücken und äußerst interessante Arbeitsaufgaben und Arbeitsplätze schaffen», sagte GEW-Hochschulexpertin Cornelia Mannewitz. Doch dürfe dadurch die «lebendige Interaktion zwischen Studierenden und Dozierenden» nicht zurückgedrängt werden. Mannewitz warnte zudem davor, durch mobiles Arbeiten die Arbeitszeiten unkontrolliert ausufern zu lassen.

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