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Hortbetreuung und Hotel-Freigabe: Corona-Regeln gelockert

09.06.2020 - Drei Monate nach Beginn der Corona-Krise kehrt zunehmend Normalität in das Alltagsleben in Mecklenburg-Vorpommern zurück. Immer mehr Beschränkungen werden aufgehoben, zur Freude von Familien und Wirtschaft.

  • Manuela Schwesig (SPD), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Manuela Schwesig (SPD), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wegen der anhaltend geringen Zahl der Corona-Infektionen in Mecklenburg-Vorpommern lockert die Landesregierung in Schwerin die seit Mitte März geltenden Schutzvorkehrungen weiter. So dürfen Speisegaststätten von Montag an wieder bis 0.00 Uhr öffnen und auch Kneipen nach monatelanger Zwangsschließung wieder Gäste empfangen. Für Hotels fällt die Vermietungsgrenze von maximal 60 Prozent der Betten. Von Montag (15. Juni) an dürften alle Zimmer vermietet werden, kündigte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag nach einer Beratung des Kabinetts in Schwerin an.

Die schrittweise Öffnung des Tourismus ab Mitte Mai habe gut geklappt. Die Infektionszahlen mit dem neuartigen Coronavirus seien nicht in die Höhe geschnellt, sagte Schwesig, die nach einer dreiwöchigen Kur im Anschluss an ihre erfolgreiche Krebstherapie erstmals wieder eine Kabinettssitzung leitete. Das Land habe die Krise bislang gut bewältigt, die Infektionslage mit 13 Neuinfektionen innerhalb einer Woche sei beherrschbar. Das rechtfertige die Freigabe der Hotelbuchungen und des Zugangs zu Campingplätzen.

Dennoch mahnte Schwesig zu weiterer Vorsicht. Mindestabstände müssten eingehalten, Vorsichtsmaßnahmen umgesetzt werden. Die jüngste Infektionskette in der Folge von Gottesdiensten in Vorpommern habe die Notwendigkeit dazu bestätigt. «Dieses Beispiel zeigt, das Corona-Virus ist noch da, ist auch weiter gefährlich, aber mit unseren Maßnahmen können wir die Lage im Griff behalten», betonte die Regierungschefin und appellierte an die Bevölkerung, weiterhin verantwortungsbewusst zu bleiben. Bis Dienstag registrierten die Behörden im Land insgesamt 777 Infektionsfälle. Die meisten Betroffenen gelten inzwischen als genesen, 20 Infizierte starben bisher.

Von den neu vereinbarten Lockerungen profitieren neben der Gastronomie auch Familien, Kultur und Sport. Konzerte und Theateraufführungen dürfen von Samstag an in Mecklenburg-Vorpommern wieder stattfinden. Möglich seien kleine Veranstaltungsformate, sagte Schwesig. Den Auftakt des Neustarts machen nach ihren Worten die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern am Samstag. Mitglieder der NDR Radiophilharmonie geben ein kammermusikalisches Konzert in der Neubrandenburger Konzertkirche, das live im Internet übertragen wird. Der Konzertsommer mit Tausenden von Gästen fällt hingegen weitgehend aus. Auch andere publikumsträchtige Veranstaltungen wie die Störtbeker-Festspiele auf Rügen mussten abgesagt werden.

Spielhallen und Spaßbäder können von Montag an wieder öffnen und auch Zirkusse wieder Gäste empfangen. Die Obergrenze für Veranstaltungen im Freien wurde auf 300 Teilnehmer erhöht. In geschlossenen Räumen dürfen maximal 100 Personen zusammenkommen, teilte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) mit. Nach seinen Angaben sind vom Mitte Juni an auch Familienfeiern mit bis zu 50 Gästen möglich. Für Pflegeheime wurden die Besuchsregeln erweitert.

Noch nicht erlaubt ist hingegen die Einreise auswärtiger Tagestouristen. Dabei setze das Land auf die Einsicht der Menschen und punktuelle Kontrollen. «Wir machen keinen Schlagbaum. Dann wäre das Thema Tourismus im Land beendet», sagte Caffier. Wer aber bei einem illegalen Aufenthalt erwischt werde, werde zurückgewiesen.

Wie Schwesig weiter mitteilte, werden die Schulhorte in Mecklenburg-Vorpommern in den Sommerferien eine Ferienbetreuung für Kinder von täglich sechs Stunden anbieten. Eltern, die im Tourismus oder in Schichten arbeiten und eine längere Betreuung benötigen, könnten auch zehn Stunden beantragen. Die Zusatzkosten übernehme das Land. Die Ferienbetreuung sei ein wichtiger Beitrag für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, betonte Schwesig. Die Sommerferien beginnen im Nordosten am 22. Juni.

Vertreter von Wirtschaft und Kommunen, die an den Beratungen teilgenommen hatten, begrüßten die jüngsten Lockerungen. «So kommt wieder mehr Normalität in unser Leben», konstatierte Landrat Heiko Kärger (CDU, Mecklenburgische Seenplatte). Der Neubrandenburger IHK-Hauptgeschäftsführer Torsten Haasch wertete die Entscheidungen der Regierung als wichtige Schritte hin zu mehr Planungssicherheit für die Unternehmen. Dies sei insbesondere auch für die Tourismuswirtschaft wichtig, die nun am Beginn der Hauptsaison stehe und einer der wichtigsten Arbeitgeber im Land sei.

Der Tourismus war Mitte März zum Erliegen gekommen, nachdem zur Eindämmung der Ansteckungsgefahren Hotels und Pensionen für Urlauber geschlossen worden waren. Von Mitte Mai an durften Ferienbetriebe im Land wieder schrittweise öffnen, seit dem 25. Mai dürfen Touristen aus ganz Deutschland wieder in den Nordosten reisen - wenn sie länger als einen Tag bleiben.

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