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Hotels in Mecklenburg-Vorpommern öffnen für Einheimische

18.05.2020 - Euphorie sieht anders aus: Seit Mitte März waren Hotels und andere touristische Beherbergungsbetriebe geschlossen. Nun können die Hotels wieder Gäste aus dem Nordosten empfangen. Doch die Freude ist getrübt.

  • Ein Schild mit dem Schriftzug «Zimmer Frei» hängt im Seebad Binz auf der Insel Rügen. Foto: Stefan Sauer/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Schild mit dem Schriftzug «Zimmer Frei» hängt im Seebad Binz auf der Insel Rügen. Foto: Stefan Sauer/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Hotels in Mecklenburg-Vorpommern dürfen nach wochenlanger Schließung nun wieder öffnen, zumindest für einheimische Gäste. Doch so richtig Freude will nicht aufkommen, denn die Sorgen um die Zukunft sind groß. «Wirtschaftlich ist der Verlust in den nächsten ein, zwei Jahren nicht aufzuholen», sagt der Geschäftsführer des Hotels Haus am Meer in Graal Müritz, Detlef Nippkow. Normalerweise wäre sein Haus mit 34 Wohneinheiten und 94 Betten direkt an der Ostsee um diese Jahreszeit zu etwa 85 bis 90 Prozent ausgelastet. Jetzt seien aber nur zwölf Gäste im Haus. «Das ist die Zahl, die wir befürchtet haben.» Alleine wegen der Stornierungen habe das Haus rund 200 000 Euro verloren.

Wie seine Kollegen im ganzen Land wartet Nippkow auf den Montag kommender Woche, wenn sich das Land Mecklenburg-Vorpommern wieder seinen Gästen aus ganz Deutschland öffnet. Doch dann gilt die Belegungsquote von 60 Prozent. Nippkow befürchtet, dass es trotz voller Belegung schwierig wird, ein Polster für den Winter anzulegen. In einem Punkt hat das Haus aber keine Probleme. Viele der meist älteren Gäste haben schon länger aus Furcht vor dem Corona-Virus ihre Buchung storniert. Er musste niemanden absagen.

Wie die Geschäftsführerin des Verbands Mecklenburgischer Ostseebäder, Anett Bierholz, sagt, nutzen viele Häuser diese Woche zur Vorbereitung auf den eigentlichen Neustart kommende Woche. Viele Hoteliers hätten ihre Mitarbeiter nun aus der Kurzarbeit herausgeholt. Wege in den Hotels seien neu einzurichten, um die Abstandsregelungen einhalten zu können. Auch das Frühstücksbuffet müsse neu organisiert werden, die Gäste würden künftig bedient. Fitnessbereiche werden neu gestaltet.

Christoph Krause vom Warnemünder Dock Inn berichtet von einer sehr verhaltenen Resonanz am ersten Öffnungstag. Das originelle Container-Hostel hat allerdings ab kommender Woche das große Problem, dass etwa 1000 Interessierten abgesagt werden muss, um die 60-Prozent-Regel einhalten zu können. «Wir hoffen darauf, dass es noch weitere Lockerungen gibt.» Denn die 60 Prozent reichten nicht, um den Winter mitzufinanzieren.

Einer Umfrage des Landestourismusverbands zufolge hat knapp die Hälfte der Beherbergungsbetriebe am Montag geöffnet. «Doch bei aller Freude ist klar: Wir bewegen uns bei den Verlusten bereits jetzt im Milliardenbereich. Das wird nicht mehr aufzufangen sein, insofern sind begleitende Strukturhilfen für die Branche erforderlich», betont Verbandsgeschäftsführer Tobias Woitendorf.

Till Jaich, Geschäftsführer der «Im-Jaich Wasserwelten» in Lauterbach auf Rügen, zeigt sich am Montag zufrieden. «Es haben sich mehr Einheimische für uns entschieden als erwartet.» Ein Grund dafür seien die besonderen Unterkünfte mit den schwimmenden Häusern. «Ich bin zuversichtlich, dass wir mit einem blauen Auge davonkommen, wenn es zu keinem zweiten Lockdown kommt.» Die Nachfrage sei groß. Urlaub an der deutschen Küste werde in diesem Jahr sehr gefragt sein.

Dietmar Karl, Chef vom Hotel Hübner in Warnemünde, sieht die Öffnung in dieser Woche ganz bewusst als «Probewoche». Denn die Gäste aus Mecklenburg-Vorpommern haben normalerweise einen Anteil von drei Prozent. Die Wochen soll vielmehr dazu dienen, den «eingeschränkten Corona-Betrieb» einzuüben.

Die Verantwortlichen im Hotel Neptun in Warnemünde haben sich dagegen entschlossen, das Haus noch bis Anfang Juli zu schließen. «Damit wir gemeinsam in eine neue und sichere Normalität starten können, arbeiten wir bis voraussichtlich Ende Juni an Schutz- und Hygienekonzepten, die unseren Gästen einen weitestgehend störungsfreien Urlaub ermöglichen», sagte der Geschäftsführer der DSR Hotel Holding, Daniel Bär.

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