Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Kabinettsklausur: Wohnen in Mecklenburg-Vorpommern

06.05.2019 - Nicht nur in den Metropolen München oder Berlin ist die Suche nach bezahlbaren Wohnungen ein Problem. Hilferufe kommen inzwischen auch aus den Uni-Städten Mecklenburg-Vorpommerns oder den Badeorten an der Küste. Die Landesregierung sucht nach Lösungen.

  • Kabinett berät über Zukunft des Wohnens in Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Stefan Sauer/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Kabinett berät über Zukunft des Wohnens in Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Stefan Sauer/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schwerin/Crivitz (dpa/mv) - Die Landesregierung hat sich erneut zu einer zweitägigen Kabinettsklausur auf Schloss Basthorst bei Crivitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) zurückgezogen, um sich ausführlich mit einem politischen Schwerpunktthema zu befassen. Nach der Premierenklausur im Vorjahr zur Digitalisierung steht nun die Zukunft des Wohnens im Mittelpunkt der Beratungen. «Die Schaffung von bezahlbaren Wohnungen ist eine der wichtigsten Aufgaben im Land. Es gibt eine Reihe von Vorschlägen wie die Förderung von Mitarbeiterwohnungen in Tourismusregionen. Darüber werden wir sprechen», sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Montag zum Auftakt der Gespräche, an denen auch CDU-Landtagsfraktionschef Vincent Kokert teilnimmt. Den Platz des zurückgetretenen Finanzministers Mathias Brodkorb (SPD) nimmt Staatssekretär Heiko Geue ein, der in Kürze Chef der Staatskanzlei werden soll.

Als Reaktion auf die zunehmende Wohnungsknappheit in den Universitätsstädten Rostock und Greifswald sowie in vielen Badeorten an der Ostseeküste sucht die Regierung nach Lösungen. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hatte bereits vor wenigen Tagen ein Hilfsprogramm angekündigt, mit dem Wohnungen vor allem auch für Angestellte in der Tourismuswirtschaft an ihren Arbeitsorten gefördert werden sollen. Insbesondere durch die zunehmende Zahl von Ferienwohnungen waren die Mietpreise in Badeorten beträchtlich gestiegen.

Nach den Vorstellungen der SPD, die in der Regierung für den Bereich Bauen zuständig ist, soll der staatliche Einfluss auf den Wohnungsmarkt wieder erhöht werden. Damit soll «gutes und bezahlbares Wohnen» sichergestellt werden. Auf ihrem Landesparteitag Ende März in Rostock hatte die SPD ein Programm verabschiedet. Demnach soll durch die Vergabe der Fördermittel auch eine stärkere soziale Durchmischung in den Quartieren erreicht werden. Anregungen dazu hatte sich die SPD bei einem Besuch in Wien geholt. Bei der Klausur in Basthorst ließ sich das Kabinett von einem Vertreter des Wiener Magistrats unmittelbar unterrichten. In Österreichs Hauptstadt leben nach Angaben der Stadt rund 60 Prozent der Einwohner in kommunalen oder geförderten Wohnungen.

Der Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Andreas Breitner, zog indes die Übertragbarkeit des Wiener Modells in Zweifel: «Wien hat zweifellos einen Vorteil, weil der Bau von Wohnungen dort seit mehr als 100 Jahren gefördert wird. Derzeit fließen dort jährlich rund 600 Millionen Euro in den öffentlichen Wohnungsbau. Im Vergleich: Mecklenburg-Vorpommern fördert den sozialen Wohnungsbau mit rund 20 Millionen pro Jahr und hat noch bis vor kurzem die Mittel des Bundes für andere Dinge zweckentfremdet», sagte Breitner. Anstatt sich Anregungen aus Wien zu holen, solle sich die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns lieber mit den Verantwortlichen für Stadtentwicklung in Hamburg unterhalten, wo man in den «vergangenen Jahren vieles richtig gemacht» habe. Dort seien seit 2011 rund 40 000 Wohnungen gebaut worden, gut ein Drittel öffentlich gefördert. «Fahrt aus wohnungspolitischen Gründen nach Hamburg. Und im Urlaub nach Wien», riet Breitner den Ministern.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren