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Kompetenzzentrum für Digitalisierung in der Arbeitswelt

17.09.2019 - Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt. Doch vier von fünf Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern sind nach den Worten von Wirtschaftsminister Glawe in der Frage noch eher passiv. Das soll sich ändern.

  • Harry Glawe (CDU), Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, lächelt in die Kamera. Foto: Stefan Sauer/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Harry Glawe (CDU), Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, lächelt in die Kamera. Foto: Stefan Sauer/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schwerin (dpa/mv) - Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern bekommen auf dem Weg in die digitale Zukunft nun Rat und Hilfe. Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften haben mit Unterstützung des Landes im Technologiepark Rostock-Warnemünde ein Kompetenzzentrum eingerichtet, das am Dienstag mit drei Fachleuten die Arbeit aufnahm. Das Zentrum begleite Digitalisierungsvorhaben in Firmen, sammle Wissen und organisiere den Erfahrungsaustausch, um so auch die notwendige Qualifizierung der Mitarbeiter mit auf den Weg zu bringen, erklärte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) bei der Vorstellung des Projekts «mv-works - Kompetenzzentrum Arbeit 4.0» in Schwerin.

Nach seinen Angaben sind bislang erst 20 Prozent der Firmen im Land auf die mit der wachsenden Digitalisierung in der Wirtschaft einhergehenden drastischen Veränderungen eingestellt. «80 Prozent schauen noch zu.» Doch gelte es, auch Skeptiker von den Vorzügen digitaler Produktionsabläufe und -steuerung zu überzeugen. «Wer sich verweigert, wird den wirtschaftlichen Wettlauf nicht gewinnen können», mahnte Glawe. Nach seinen Angaben unterstützt sein Ministerium das zunächst auf drei Jahre angelegte Beratungsprojekt mit einer Million Euro.

Der Präsident des Arbeitgeberverbands Nordmetall, Thomas Lambusch, hob die gemeinsamen Anstrengungen von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite hervor: «Bundesweit gibt es bereits mehrere solcher Kompetenzzentren zur Digitalisierung, die sich aber vorwiegend der technischen Seite widmen. Das Novum ist, dass es von uns als ein Projekt der Sozialpartner gestaltet wird.» Es sei zwar originäre Aufgabe der Unternehmer, die Digitalisierung erfolgreich umzusetzen. «Es aber ohne Einbeziehung der Mitarbeiter zu machen, das wäre ein Fehler», zeigte er sich überzeugt. Nun gelte es, gemeinsam mit dem Unternehmerdachverband VU und dem DGB Nord weitere Branchen mit ins Boot zu holen. Es gehe um grundsätzliche Fragestellungen und den Austausch über Lösungsansätze.

«Das Kompetenzzentrum ist ein zutiefst sozialpartnerschaftliches Projekt», sagte Heiko Messerschmidt von der IG Metall Nord. Digitale Technik ziehe bereits in die Betriebe ein, etwa in Form von 3D-Druckern, Datenbrillen oder vernetzten Robotern. «Und das Tempo dieser Entwicklung wird noch rasant zunehmen.» Viele Beschäftigte stünden der Entwicklung offen gegenüber, doch gebe es auch die Befürchtung des Arbeitsplatzabbaus. Sicher seien drastischen Veränderungen in der Arbeitswelt, auf die mit Aus- und Weiterbildung schon jetzt reagiert werden müsse, sagte Messerschmidt.

Nach Angaben Glawes ist das Land darauf eingestellt, die erforderliche Qualifizierung der Mitarbeiter auch finanziell zu unterstützen. In größeren Unternehmen wie Webasto in Neubrandenburg laufe der Umgestaltungsprozess bereits. Doch sollten nun auch kleinere Firmen mit Hilfe des Kompetenzzentrums in die Lage versetzt werden, die Chancen der Digitalisierung für sich zu nutzen. Die Metall- und Elektroindustrie habe bereits einige Erfahrungen gesammelt. Davon sollten nun auch andere Branchen profitieren.

Nach Ansicht des Linke-Landtagsabgeordneten Henning Foerster ist es «höchste Zeit, dass die Unternehmen, die Gewerkschaften und die Landesregierung an einem Strang ziehen, wenn es darum geht, die Beschäftigten auf dem Weg ins digitale Zeitaltern mitzunehmen». Andere Länder seien da schon deutlich weiter. Voraussetzung für die Digitalisierung sei aber eine Infrastruktur mit leistungsfähigen Breitbandanschlüssen in den Gewerbegebieten. «Hier hat MV erheblichen Nachholbedarf», konstatierte Foerster.

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