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Kritik vor Schulstart: Zu wenig Präsenzunterricht-Garantie

29.07.2020 - Als erstes Bundesland startet MV am Montag ins neue Schuljahr. Weil rund 400 Lehrer wegen Corona nicht in den Schulen unterrichten, muss auch aus der Ferne beschult werden. Die Präsenzgarantie von vier bis fünf Stunden am Tag ist Kritikern zu wenig.

  • Eine Mund-Nasen-Bedeckung liegt während einer Unterrichtsstunde neben einem Mäppchen und Schulbüchern auf einem Schultisch. Foto: Marijan Murat/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Mund-Nasen-Bedeckung liegt während einer Unterrichtsstunde neben einem Mäppchen und Schulbüchern auf einem Schultisch. Foto: Marijan Murat/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das Konzept von Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) für den Schulstart in Mecklenburg-Vorpommern am kommenden Montag ist beim Koalitionspartner CDU und bei der Opposition auf Kritik gestoßen. Der garantierte Mindestumfang an Präsenzunterricht ist nach Ansicht des bildungspolitischen Sprechers der Unionsfraktion im Landtag, Marc Reinhardt, zu gering.

Ministerin Martin hatte am Dienstag erklärt, weil rund 400 Lehrer coronabedingt im Homeoffice bleiben müssten, könne nur eine tägliche Präsenzunterricht-Garantie von vier Stunden in der Grundschule und fünf Stunden in den weiterführenden Schulen gegeben werden. Sie gehe aber davon aus, dass in vielen Schulen mehr direkter Unterricht möglich sein werde. Der Rest der Stundentafel müsse über Fernunterricht abgedeckt werden.

Die Stundengarantie sei nicht ehrgeizig genug, sagte Reinhardt nach einer Sitzung des Bildungsausschusses des Landtags am Mittwoch. Es müsse Lernstoff nachgeholt werden und es dürften vor allem keine weiteren Lücken entstehen. Besonderes Augenmerk müsse auf die Abschlussklassen gelegt werden. Es müsse alles unternommen werden, um die fünf Mindeststunden im weiterführenden Schulbereich auszudehnen.

Auch aus Sicht des Landeselternrats reicht die Garantie nicht aus, um die vorgegebenen Bildungsziele zu erreichen. Der Vorsitzende Kay Czerwinski zeigte sich jedoch überzeigt, dass an vielen Schulen mehr Unterricht angeboten werde. Die Schulen, denen das nicht gelinge, müsse das Bildungsministerium in die Lage versetzen, es zu schaffen, forderte er.

Die AfD-Opposition sieht große Probleme auf die Abschlussklassen zehn und zwölf zukommen. «Es bleibt unklar, wie die durch den Lockdown entstandenen Wissenslücken bei gleichzeitiger Bewältigung des neuen Stoffes geschlossen werden können», sagte deren bildungspolitischer Sprecher Jörg Kröger. Am Ende der zehnten Klassen werden die Prüfungen zur Mittleren Reife geschrieben, am Ende der zwölften Klasse das Abitur. Die ebenfalls oppositionelle Linke forderte, die Jahrgänge, die in diesem und im darauffolgenden Schuljahr ihre Abschlüsse ablegen, ausschließlich im Präsenzunterricht zu beschulen.

Die Fraktionsvorsitzende der Linken, Simone Oldenburg, bezeichnete das Schulstart-Konzept von Martin als «Stückwerk». So gehe die Idee der festen Gruppen, die sich in der Schule zum Infektionsschutz nicht begegnen sollen, an der Lebensrealität der Kinder vorbei. Geschwister seien zu Hause zusammen, Schüler säßen gemeinsam im Schulbus und träfen sich am Nachmittag beim Sport. Auch beim digitalen Unterricht gebe es viele Unklarheiten. So sei nicht bekannt, welche Schulen über eine digitale Lernplattform verfügen, welche Schulen diese nutzten und wie viele Schulen überhaupt an das Breitbandnetz angeschlossen seien.

Der SPD-Bildungspolitiker Andreas Butzki zeigte sich von der der Kritik insbesondere der CDU und der Linken enttäuscht: «MV ist am kommenden Montag das erste Bundesland, das wieder den landesweiten Regelbetrieb an den Schulen aufnimmt. Damit werde der Nordosten Vorreiter und Vorbild sein. «Wir werden unter Beobachtung der anderen Bundesländer stehen und wir werden unsere Sache gut machen.» Daran habe er keinen Zweifel.

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