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Künftig Referendariat für Seiteneinsteiger an Schulen

27.02.2020 - Sie werden in den Schulen dringend gebraucht und sollen nun besser ausgebildet und in der Folge auch besser bezahlt werden. Bildungsministerin Martin will Seiteneinsteiger-Lehrkräften das Referendariat ermöglichen.

  • Schüler einer siebenten Klasse melden sich während des Deutschunterrichts in einem Gymnasium. Foto: Felix Kästle/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Schüler einer siebenten Klasse melden sich während des Deutschunterrichts in einem Gymnasium. Foto: Felix Kästle/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schwerin (dpa/mv) - Das Bildungsministerium will die Situation von Lehrkräften verbessern, die ohne reguläres Lehramtsstudium als sogenannte Seiteneinsteiger an Mecklenburg-Vorpommerns Schulen unterrichten. Sie sollen künftig ein berufsbegleitendes Referendariat absolvieren. Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) kündigte am Donnerstag einen Gesetzentwurf an.

Damit würden diese Lehrkräfte, die wegen Lehrermangels derzeit in größerer Zahl eingestellt werden, ihren Kollegen mit Lehramtsstudium gleichgestellt. Voraussetzung soll ein abgeschlossenes Hochschulstudium mit passender Ausrichtung sein, hieß es. Laut Ministerium sind im Schuljahr 2018/19 rund acht Prozent der 11 300 Lehrer in MV Seiteneinsteiger gewesen.

Bisher können Lehrkräfte im Seiteneinstieg erst nach fünf bis zehn Jahren im Schuldienst eine Anerkennung ihrer Lehrbefähigung beantragen, wie ein Sprecher des Bildungsministeriums erklärte. Bis dahin verdienten sie weniger Geld als ihre Kollegen mit regulärem Lehramtsstudium. Laut einem NDR-Bericht wurden im vergangenen Jahr die meisten dieser Anträge abgelehnt oder zurückgestellt - unter anderem, weil sich aus den Abschlüssen der Seiteneinsteiger keine Unterrichtsfächer zur Anerkennung ableiten ließen.

Das Referendariat, die praktische Ausbildung für Lehrer nach dem Lehramtsstudium, dauert in MV 18 Monate. Für Seiteneinsteiger soll es nach den bisherigen Planungen länger dauern - wie lange, ist dem Ministeriumssprecher zufolge noch offen.

Aus der Opposition kommt Zustimmung zu Martins Plänen. Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag, Simone Oldenburg, sagte: «Meine Fraktion fordert seit langem, die Frauen und Männer, die wir dringend an den Schulen brauchen, ausreichend zu qualifizieren. Nach vielen Jahren fruchtloser Diskussionen ist die Not heute so groß, dass die Landesregierung nicht mehr umhinkommt, unserem Vorschlag endlich zu folgen.» Sie erwarte, dass das Konzept bereits im April im Bildungsausschuss beraten wird. «Das Referendariat für Lehrkräfte im Seiteneinstieg muss unverzüglich, spätestens zum Beginn des neuen Schuljahres möglich sein», forderte Oldenburg, die zugleich bildungspolitische Sprecherin ihrer Fraktion ist.

Auch die Lehrergewerkschaft GEW begrüßte das Vorhaben. Allerdings werde nicht immer ein berufsbegleitendes Referendariat möglich sein, gab die GEW-Landesvorsitzende Annett Lindner zu bedenken. Einige Seiteneinsteiger hätten bereits ihre Qualifizierung abgeschlossen und warteten «nun schon unzumutbar lange» auf eine Rückmeldung der zuständigen Stellen, sagte sie. Andere hätten keine Anerkennung ihrer unterrichteten Fächer erhalten und müssten sich mit völlig verschiedenen Antworten aus den jeweiligen Abteilungen herumschlagen. «Hier muss dringend Abhilfe geschaffen werden», forderte Lindner.

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