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Kurtaxe fehlt in Tourismus-Hotspots

13.04.2020 - Nicht nur Hotels und Campingplätzen fehlen Einnahmen durch das Wegbleiben von Urlaubern. Die fehlende Kurtaxe sorgt in touristischen Hotspots für Kurzarbeit in Kurverwaltungen.

  • Eine Frau macht barfuß einen Spaziergang. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Frau macht barfuß einen Spaziergang. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Durch das Ausbleiben von Touristen fehlen in touristischen Hotspots in Mecklenburg-Vorpommern die Einnahmen aus der Kurtaxe. «Daran hängt eine ganze Kette von weiteren Folgen. Wenn die Kurtaxe nicht kommt, kann die Kurverwaltung nicht handeln. Das bringt Unternehmen, die mit ihr kooperieren, auch in eine schwierige Lage», sagte Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Landestourismusverbandes, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. In den Kurverwaltungen gelte es nun, Kosten zu reduzieren. Zahlreiche Mitarbeiter seien in Kurzarbeit.

«Davon finanzieren wir so gut wie alles», sagt der Geschäftsführer der Graal-Müritzer Kurverwaltung, Roman Ferken, über die Kurtaxe: «Das ist unser Hauptstandbein.» Im vergangenen Jahr habe das Ostseeheilbad 1,13 Millionen Übernachtungen verzeichnen können. Jede von ihnen bringe in der Nebensaison einen Euro, in der Hauptsaison zwei Euro Kurtaxe. Ohne diese Einnahmen habe die Kurverwaltung Kurzarbeit anmelden müssen. Mehrere Verträge mit Saisonkräften seien nicht zustande gekommen. Zudem seien die von der Kurverwaltung mitgetragenen Veranstaltungen weggefallen, sagte Ferken: «Wir hoffen nun, dass wir vielleicht das Rhododendronparkfest Ende Mai durchführen können.»

Im Ostseebad Sellin auf der Insel Rügen kommen pro Jahr mehr als zwei Millionen Euro Kurtaxe zusammen. Die Haupteinnahmequelle sei weggebrochen, sagte der Tourismusmanager Conrad Bergmann, der Deutschen Presse-Agentur: «Bis auf vier sind alle unserer 40 Mitarbeiter in Kurzarbeit.» Ein Antrag auf Soforthilfe sei an das LFI gestellt worden, es gebe aber noch keine Antwort. Die Reinigung und Pflege des Ortes werde trotz der Notlage weitergeführt: «Das können wir nicht auf Null herunterfahren. Wenn der Tourismus wieder losgeht, muss der Ort natürlich auch entsprechend aussehen.»

Einer Umfrage des Tourismusverbandes unter touristischen Organisationen und Verbänden in Mecklenburg-Vorpommern zufolge, die Anfang des Monats veröffentlicht wurde, hatten 42 Prozent der Befragten Umsatzeinbrüche zwischen 75 und 100 Prozent gemeldet. Alarmierend sei für den Landestourismusverband, dass knapp 15 Prozent der Befragten schon jetzt die Entlassung von Mitarbeitern einkalkulierten und etwa jede zehnte touristische Organisation auf regionaler Ebene die Geschäftsaufgabe als eine mögliche Krisenfolge sehe.

Die Kurtaxe muss in einigen Urlaubsorten an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns von Tages- und Übernachtungsgästen entrichtet werden. Die täglich fälligen Beträge liegen je nach Saison zwischen 0,5 und 3 Euro. Mit dem Geld wird unter anderem die Reinigung der Strände und der Betrieb von Touristinformationen finanziert.

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