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Lange Haftstrafe für Totschlag in Rostocker Obdachlosenheim

19.05.2020 - Obdachlosigkeit, Alkoholismus, Gewalt - über ein Verbrechen in diesem Milieu musste das Landgericht Rostock entscheiden. Ein 42-Jähriger muss wegen Totschlags für knapp neun Jahre hinter Gitter. Er war genervt vom «ständigen Gequatsche» des Opfers.

  • Die Statue der Justitia steht mit einer Waage und einem Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Statue der Justitia steht mit einer Waage und einem Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wegen Totschlags in einer Obdachlosenunterkunft hat das Landgericht Rostock einen 42-jährigen Mann zu acht Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Das Gericht sah es am Dienstag als erwiesen an, dass der alkoholkranke Mann im September 2019 in der Rostocker Unterkunft einen 59 Jahre alten Zimmergenossen mit 46 Stichen getötet hatte. Vorher hatten die beiden Männer sich offenbar gestritten. Das «ständige Gequatsche» des anderen habe ihn schon lange genervt, hatte der Angeklagte in seinem Geständnis gesagt. Nach Ansicht des Gerichts waren beide Männer stark betrunken. Der Angeklagte sei aber nicht schuldunfähig gewesen. Er war zwei Tage nach der Tat bei einer Verwandten festgenommen worden. Das Gericht ordnete an, ihn zeitweise in einer Entziehungsklinik unterzubringen.

Nach dem tödlichen Angriff auf das nach Ansicht des Gerichts arg- und wehrlose Opfer legte sich der Täter in dem kleinen Zimmer, das sich die beiden teilten, bis zum nächsten Mittag schlafen. Bevor er das Heim verließ, deckte er den Toten mit einer Bettdecke zu und nahm dessen Geldbörse und EC-Karte an sich, mit der er später 410 Euro abhob. Der Tote wurde erst 40 Stunden nach der Tat von einem Heim-Betreuer gefunden. Der Täter kam für eine Nacht bei einem Bekannten unter, dem er die Tat gestand. Der Freund wollte dies aber nicht glauben.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Strafe von acht Jahren und drei Monaten beantragt. Der Verteidiger hielt dagegen drei Jahre Gefängnis für angebracht. Dieses geringe Strafmaß bewertete der Vorsitzende Richter am Ende seiner Urteilsbegründung als vollkommen unangemessen. «Sie haben einen Menschen getötet, Sie haben ihn abgeschlachtet», sagte er zum Angeklagten.

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