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Linke fordert mehr heimische Produktion von Medikamenten

07.12.2019 - In deutschen Apotheken sind die Medikamentenregale vielfach leer. Wichtige Arzneien fehlen, weil die Produktion im Ausland stockt. Die Linke legt ein Gegenrezept vor.

  • Medikamente liegen in den Regalen eines Kommissionierautomaten einer Apotheke. Foto: Daniel Reinhardt/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Medikamente liegen in den Regalen eines Kommissionierautomaten einer Apotheke. Foto: Daniel Reinhardt/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schwerin (dpa/mv) - Als Reaktion auf zunehmende Engpässe in der Medikamentenversorgung fordert die Linke, die heimische Produktion wieder anzukurbeln und so die Abhängigkeit von Importen zu verringern. «Die Palette fehlender Präparate reicht von allgemein üblichen Schmerzmitteln bis hin zu Kombipräparaten und Spezialmedikamenten. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat Mitte Oktober etwa 540 Medikamente aufgelistet, die die Hersteller nicht liefern können», berichtete der Linke-Landtagsabgeordnete Torsten Koplin. Aktuell sind es - ohne Impfstoffe - 275. Auf Initiative seiner Fraktion wird sich das Parlament auf seiner Dezembersitzung mit dem Thema befassen.

In dem Antrag wird die Landesregierung aufgefordert, mit Medikamentenherstellern und Forschungseinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern nach Möglichkeiten zu suchen, die Erforschung und Produktion von Medikamenten auch im Nordosten voranzutreiben.

Große Pharmakonzerne gibt es im Nordosten allerdings nicht. Am bekanntesten ist Cheplapharm mit Hauptsitz in Greifswald. Das Familienunternehmen produziert nach eigenen Angaben unter anderem Mittel gegen Adipositas, Leukämie, Herz- und Kreislauf- und Suchterkrankungen und strebt damit 2019 einen Jahresumsatz von 500 Millionen Euro an. AqVida in Dassow (Nordwestmecklenburg) hat sich auf Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Krebs-Medikamenten spezialisiert.

Der Kostendruck im Gesundheitswesen und daraus resultierend kleine Gewinnmargen hätten dazu geführt, dass Medikamente und Wirkstoffe weniger in Deutschland, dafür zunehmend in Indien oder China hergestellt würden, konstatierte Koplin. Zudem wachse durch Unternehmensfusionen die Konzentration. So werde das Schmerzmittel Ibuprofen etwa nur noch von fünf Herstellern weltweit produziert.

Die Pharmaindustrie in Deutschland und weltweit ziehe jedes Jahr Milliarden Gewinne aus der Produktion und dem Verkauf von Medikamenten. «Sie hat auch eine gesellschaftliche Verantwortung», betonte Koplin. Komme sie dieser nicht nach, müsse Politik handeln, da die medizinische Versorgung, einschließlich der mit Medikamenten, zur Daseinsvorsorge gehöre. «Zur Not muss man auch über eine Vergesellschaftung von Unternehmen nachdenken», so der Oppositionspolitiker.

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