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Lübtheen: Experte entkräftet Verdacht der Brandstiftung

07.08.2019 - Eine Woche lang wütete das Feuer auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen. Der Großbrand zog 1000 Hektar Wald in Mitleidenschaft. Die Behörden fanden Indizien für Brandstiftung. Der Verdacht hat sich aber nicht erhärtet.

  • Ein Hubschrauber der Bundeswehr vom Typ NH90 mit einem Löschwasser-Behälter wirft im Wald Löschwasser ab. Foto: Jens Büttner/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Hubschrauber der Bundeswehr vom Typ NH90 mit einem Löschwasser-Behälter wirft im Wald Löschwasser ab. Foto: Jens Büttner/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Lübtheen/Schwerin (dpa/mv) - Der verheerende Waldbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen (Landkreis Ludwigslust-Parchim) war nach Expertenansicht die Folge eines vorhergehenden kleineren Feuers am selben Ort. Der von der Staatsanwaltschaft Schwerin beauftragte Sachverständige sei zu dem Ergebnis gekommen, dass sich am 25. Juni vermutlich durch die große Hitze phosphorhaltige Munition entzündet und das ausgedorrten Unterholz in Brand gesetzt hatte. Das Brandgeschehen habe sich in den Tagen danach zwar beruhigt, doch sei das Feuer nie ganz erloschen, hieß es in einer am Mittwoch in Schwerin verbreiteten Mitteilung der Staatsanwaltschaft.

Der Brandexperte sei der Auffassung, dass es «nach dem 25.06.2019 keines fahrlässigen oder vorsätzlichen Handelns durch Personen bedurfte, um die extreme Situation ab dem 30.06.2019, die zu einer Evakuierung mehrerer umliegender Dörfer führte, herbeizuführen». Die Behörden hatten zunächst vermutet, dass das Feuer gelegt wurde.

Der Verdacht war nach Angaben von Landrat Stefan Sternberg (SPD) genährt worden, nachdem kurz nach Ausbruch aus der Luft mehrere Brandherde entlang eines Weges entdeckt wurden. Für den ersten Brand habe der Sachverständige eine fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung allerdings «nicht sicher» ausschließen können, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen.

Das Großfeuer auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz hatte fast eine Woche gewütet. Erst am 8. Juli hatten die Einsatzkräfte Entwarnung geben können, nachdem keine offenen Flammen mehr entdeckt wurden. Die Löscharbeiten waren erheblich eingeschränkt, weil der Waldboden stark mit alter Munition belastet ist. Die Feuerwehren mussten aus Sicherheitsgründen 1000 Meter Abstand halten. Mit Hilfe von Räumpanzern und Löschhubschraubern der Bundeswehr und Bundespolizei konnten die Flammen aber von den Dörfern ferngehalten werden. Verletzte gab es nicht. Bei der Brandbekämpfung waren etwa 3000 Kräfte im Einsatz, zur Hälfte Feuerwehrleute.

Knapp 1000 Hektar Wald wurden durch das Feuer, das als größter Waldbrand in der Nachkriegsgeschichte des Landes gilt, schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die Forstverwaltung legt als Konsequenz aus dem Geschehen in dem rund 6000 Hektar großen Gebiet ein Netz von Brandschneisen. Die vegetationsfreien Zonen sollen ein Ausbreiten des Feuers erschweren und Löschkräften schneller Zugang zu Brandherden ermöglichen. Unter anderem aus Naturschutzgründen war die Pflege der Brandschneisen nach dem Abzug der Bundeswehr 2013 weitgehend unterblieben. Die Landesregierung drängt den Bund, die Beräumung der Fläche von Munitionsresten, die vor allem aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs stammen, intensiver als bisher voranzutreiben.

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