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MV Werften können mit Überbrückungshilfen vom Bund rechnen

01.10.2020 - Seit Monaten hangeln sich die MV-Werften mit Kurzarbeit und Überbrückungshilfen über die Zeit. Nun ist der Bund dem Vernehmen nach bereit, einen größeren Kredit zu gewähren. Womöglich eine Weichenstellung für die Aufnahme der Werften unter den großen Rettungsschirm.

  • Manuela Schwesig (SPD) gestikuliert. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Manuela Schwesig (SPD) gestikuliert. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Neue Hoffnung für die durch die Corona-Krise ins Wanken geratenen MV Werften: Der Bund habe sich grundsätzlich bereit erklärt, den Schiffbaubetrieben in Wismar, Rostock und Stralsund einen Überbrückungskredit über 190 Millionen Euro zu gewähren und damit die Finanzierung bis zum Jahresende sicherzustellen, hieß es am Donnerstag aus Regierungskreisen in Schwerin. Gespräche dazu seien zuvor in Berlin geführt worden und bis auf wenige Details auch erfolgreich gewesen. Dem Vernehmen nach stehen aber noch abschließende Beratungen in den zuständigen Gremien aus.

Aus dem Bundeswirtschaftsministerium verlautete, dass zu laufenden Verfahren grundsätzlich keine Stellung genommen werde. Auch von MV Werften war am Donnerstag keine Stellungnahme zu der aktuellen Diskussion um die Bundeshilfe zu erhalten. Der Großteil der mehr als 3000 Werftarbeiter ist seit Monaten in Kurzarbeit.

Ziel der Landesregierung ist es, die MV Werften unter den Rettungsschirm des Bundes zu bringen. Mit Hilfe von Krediten und Bürgschaften über insgesamt etwa 500 Millionen Euro aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds sollen die Schiffbaubetriebe über die Corona-Krise gerettet werden. Für eine Entscheidung darüber sind aber noch Gutachten zu den Zukunftschancen der Werften und des Mutterkonzerns Genting Hongkong erforderlich, die vermutlich erst im Dezember vorliegen werden.

Genting hatte 2016 die Werften in Mecklenburg-Vorpommern übernommen, um dort Kreuzfahrtschiffe für eigene Reedereien bauen zu lassen. Weil seit Beginn der Corona-Pandemie aber wichtige Einnahmen aus den Hauptbetätigungsfeldern Glücksspiel und Kreuzfahrten ausbleiben, geriet Genting in finanzielle Schieflage und kündigte einen Umbau an. An den Schiffbauprojekten will Genting aber festhalten.

Die Rettung der MV Werften wird erneut auch Thema in Kabinett und Landtag. Für Freitag beraumte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) nach Angaben eines Sprechers kurzfristig eine Telefonschalte der Landesregierung dazu an. Am Montag kommt der Finanzausschuss des Landtags zu einer weiteren Sondersitzung zusammen, um über die Situation auf den MV Werften zu beraten. Dann wird das Parlament möglicherweise über die Pläne des Bundes informiert.

Das Land hatte in der Vergangenheit Kreditbürgschaften für die bei den MV Werften gebauten Kreuzfahrtschiffe übernommen, den Angaben zufolge selbst aber keine weiteren Finanzhilfen gewährt. Ende August gab der Finanzausschuss des Landtags seine Zustimmung zum Einsatz von Sicherheitseinlagen aus der sogenannten Locked Box. Doch sind diese 28 Millionen Euro inzwischen fast aufgebraucht.

Der Löwenanteil des nun in Aussicht stehenden Überbrückungskredits des Bundes soll dem Vernehmen nach für die Fertigstellung des in Stralsund gebauten eisgängigen Expeditions-Kreuzfahrtschiffes «Endeavor» eingesetzt werden. Das 164 Meter lange Schiff der Luxusklasse soll dem Kreditgeber als Sicherheit dienen. Für den Weiterbau sollen etwa 110 Millionen Euro nötig sein. Das Schiff sollte bereits im Frühsommer auf Jungfernfahrt gehen. Doch stoppte die Corona-Krise die Arbeiten.

In Wismar sind den Angaben zufolge mittlerweile wieder knapp 300 Mitarbeiter «unter Corna-Bedingungen» mit dem Weiterbau des Passagierschiffes «Global 1» beschäftigt. Das Schiff für den asiatischen Markt kann bis zu 9500 Gäste sowie 2200 Crewmitglieder aufnehmen. In Rostock, wo mit dem Bau des Schwesterschiffes begonnen worden war, ruhen die Arbeiten aber weiter.

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