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MV verliert in Gründerranking weiter an Boden

30.05.2019 - Verhältnismäßig wenige Menschen im Nordosten wagen mit innovativen Geschäftsideen den Schritt in die Selbstständigkeit. In Berlin sind es in Relation zur Bevölkerung mehr als doppelt so viele. Zwar sehen Berater in MV gute Bedingungen für Gründer, doch es gibt auch Kritik.

  • Das Logo der KfW an der Zentrale der KfW Bankengruppe. Foto: Frank Rumpenhorst/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Logo der KfW an der Zentrale der KfW Bankengruppe. Foto: Frank Rumpenhorst/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schwerin (dpa/mv) - Mecklenburg-Vorpommern ist im Ranking für Existenzgründungen weiter abgerutscht. Dem Gründungsmonitor der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zufolge verliert MV einen Rang und kommt mit 84 Existenzgründern auf 10 000 Einwohner auf Platz 14. Noch schlechter platziert sind nur Sachsen-Anhalt und Thüringen, die Spitzenplätze belegen Berlin (193 Gründungen pro 10 000 Einwohner), Hamburg und Brandenburg.

«Die einfachste Erklärung wäre, dass die Wirtschaft in MV zugelegt hat, deshalb gerade Fachkräfte überall gebraucht werden, die Nachfrage deshalb größer als das Angebot am Arbeitsmarkt ist», sagte der Chef des Forschungsverbunds MV, Frank Stüpmann, der auch Gründungsinteressierte berät. Gründen sei für Fachkräfte deshalb derzeit eher uninteressant.

Stüpmann und seine Kollegen beraten Wissenschaftler und Absolventen der Hochschulen bei der Entwicklung von Geschäftsideen und Unternehmensgründung. Das Land bietet aus seiner Sicht gute Bedingungen für Menschen, die sich mit einer Idee selbstständig machen wollten. «Es besteht ein gutes Landesangebot an Finanz-Förderprogrammen für Gründer, insbesondere für innovative und technologieorientierte Gründungen mit Wachstumspotenzial», sagte Stüpmann. Auch das Angebot von Räumen und Seminaren sei gut.

Umgerechnet in Vollzeitstellen entstanden 2018 der KfW zufolge 219 000 Arbeitsplätze. «Das zeigt, wie relevant Neugründungen für die Beschäftigung in Deutschland sind», heißt es in dem KfW-Bericht. 2017 wurden 145 000 neue Jobs verzeichnet, ein Jahr zuvor waren es 215 000.

Doch trotz offenbar guter Bedingungen hält sich die Gründungsbegeisterung in MV in Grenzen. Ein Berater, der nicht namentlich genannt werden möchte, kritisierte, dass er von Regierungsgeldern abhängig sei: Die Beratungslandschaft sei zu unübersichtlich, es gebe zu viele, die «alles können». So könnten Interessierte schwer einschätzen, wer der richtige Ansprechpartner für sie sei.

Es gebe zwar viele Gründertreffs im ganzen Land, doch die seien untereinander kaum vernetzt - aus Konkurrenzdenken, sagte er. Auch die Verteilung der Fördermittel sei ausbaufähig - von denen gebe es zum einen in der Frühphase von Start-Ups zu wenig und sie würden zum anderen per Gießkanne verteilt. Zudem seien die Hürden zu hoch, um den Vorgaben der Programme zu genügen. Dies seien auch die Punkte, bei denen die Gründer Veränderungen wünschten.

Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums verwies auf zahlreiche Förderprogramme, darunter das Gründerstipendium. Dort könnten Gründer für die ersten anderthalb Jahre monatlich 1200 Euro erhalten, um den eigenen Lebensunterhalt zu sichern. Erster Anlaufpunkt für Interessierte sei die Webseite www.gruender-mv.de, die Hilfen, Informationen und Kontakte biete.

Im Juni solle in Stralsund zudem das erste von landesweit sechs Digitalen Innovationszentren eröffnen, die anderen sollen in der zweiten Jahreshälfte folgen. Dort sollen vor allem Start-Ups aus dem Digitalbereich gute Bedingungen vorfinden und ein Austausch zwischen Gründern, Wissenschaftlern und etablierten Firmen möglich sein.

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