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Mähdrescher rollen: Bauern erhoffen Durchschnittsernte

03.07.2019 - Im Mai und Juni hat es zwar geregnet, aber es hätte mehr sein können, sagen Wasserwirtschaftler und Bauern. Immerhin: Das Getreide steht besser als 2018, die Mahd hat begonnen. Die riesigen Oberseen konnten den Verlust des Dürrejahres 2018 aber noch nicht ausgleichen.

  • Ein Warnschild für Nichtschwimmer steht an der Müritz an der Badestelle bei niedrigem Wasserstand fast im Trockenen. Foto: Bernd Wüstneck/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Warnschild für Nichtschwimmer steht an der Müritz an der Badestelle bei niedrigem Wasserstand fast im Trockenen. Foto: Bernd Wüstneck/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Neubrandenburg/Waren (dpa/mv) - Die Gewitter-Niederschläge im Juni haben den Ackerpflanzen gut getan, doch die Wasserreserven der Mecklenburgischen Seenplatte noch lange nicht aufgefüllt. Das sagten der Pflanzenexperte des Landesbauernverbandes, Frank Schiffner, und der Leiter des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) in Neubrandenburg, Bodo Heise, der Deutschen Presse-Agentur. «Für die gerade gestartete Getreideernte brauchen wir eigentlich trockenes Wetter», meinte Schiffner. Aber für alle anderen Pflanzen und vor allem die Wiesen könnte es langsam wieder mal regnen. Weder die großen Seen von Müritz bis Plauer See, noch die Bauern bräuchten aber so heiße Tage, wie zuletzt mit 37 Grad Celsius.

Die Mecklenburgischen Oberseen, die mit 200 Quadratkilometer als Süßwasserreservoir für die Müritz-Havel- und die Müritz-Elde-Wasserstraße fungieren, verlieren an einem so heißen Sommertag rund eine Milliarde Liter Wasser, erklärte Heise. Sie speisen sich fast nur aus Regen, liegen etwa 60 Meter über dem Meeresspiegel und versorgen auch Brandenburg und Westmecklenburg mit Wasser. Kleinere Seen, wie der Tollensesee, erholten sich bei Regen schneller.

Das Wasser-Sparpotenzial und so der Einfluss des Menschen sei angesichts der Verdunstung durch Sonne eher gering, erklärte der Fachmann. Wenn die Sonne auf die riesige Wasserfläche brennt, verlieren die Oberseen von Müritz, Kölpin- und Fleesensee bis zum Plauer See am Tag bis zu zehn Millimeter Wasser. Als Vergleich: Wenn alle Abnehmer von der Müritz bis Zehdenick (Brandenburg) Wasser bekommen, gehen 0,06 Millimeter pro Tag ab. Umgerechnet verdunstet durch Sonne an zwei Tagen mehr als die Jahresmenge für die Nutzer.

Ungeachtet dessen sind die Wasserbehörden auf etlichen Schleusen zu Sammelschleusungen übergegangen. Da die Schleuse Zaaren noch immer gesperrt ist, wird auch weniger Wasser abgegeben. «Wir raten den Landwirten, dass sie eine Bewässerung möglichst nachts anstellen, um Verluste durch Verdunstung zu vermeiden», erklärte Heise. «Eine Katastrophe ist der Wasserstand noch lange nicht, aber der Pegel sollte vorausschauend nicht zu tief sinken.»

Der Pegel der Müritz und der mit ihr verbundenen Seen liege bei 1,69 Metern, erläuterte Heise. Das seien 24 Zentimeter über dem «untersten Stauziel», das möglichst nicht unterschritten werden sollte. Dabei macht den Seen vor allem die «Trockenzeit» von Frühjahr 2018 bis Januar 2019 zu schaffen. Da war der Pegel sogar auf 1,56 Meter gefallen. Ein tiefer Stand wie es ihn mehrfach gab, aber der erst in drei bis vier Jahren wieder ausgeglichen wird. So haben die Oberseen seit April 2019 rund 11 Zentimeter Wasser verloren, im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum etwa 30 Zentimeter weniger.

Für die MV-Landwirte sind die Hauptanbaufrüchte Getreide, Raps und Mais. So wächst Weizen auf rund 300 000 Hektar - fast 30 Prozent der Anbaufläche -, Raps und Mais auf etwa 35 Prozent, dazu kommen Gerste und Roggen. Deutlich weniger Anbaufläche nehmen Kartoffeln, Zuckerrüben und andere Kulturen ein. «Mais und Rüben stehen gut», erklärte Schiffner. Beim Getreide könne man noch keine seriöse Prognose abgeben, allerdings habe es im Mai und Juni für Getreide ausreichend geregnet - anders als 2018. «Wenn es diesmal eine durchschnittliche Ernte wird, dann können wir zufrieden sein», erläuterte der Pflanzenexperte.

Wegen schwachen Graswachstums auf Wiesen hat Agrarminister Till Backhaus (SPD) Brachflächen, die als ökologische Vorrangflächen ausgewiesen waren, zur Nutzung als Futterwiesen freigegeben. Für Insekten und andere Tiere sollte aber pro Parzelle 20 Prozent als Rückzugsraum bleiben. Dadurch stehen rund 26 000 Hektar zusätzlich für Futtergewinnung zur Verfügung.

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