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Syrer mit Hammer attackiert: Prozessstart zu Gewaltserie

19.10.2018 - Neubrandenburg (dpa/mv) - Nach einer Serie von Gewalttaten, wie einer Hammer-Attacke gegen einen Mann aus Syrien, muss sich seit Freitag ein 21-Jähriger am Amtsgericht Neubrandenburg verantworten. Dem Neubrandenburger werden gefährliche Körperverletzung und Beleidigung in neun Fällen vorgeworfen, wie die Vertreterin der Staatsanwaltschaft zum Prozessstart sagte. So habe der Angeklagte von Mai bis November 2017 in Neubrandenburg eine Verkäuferin beleidigt und mit einer Schere am Hals bedroht, Polizisten angegriffen sowie Blumentöpfe von seinem Balkon in der fünften Etage eines Hauses auf einen ausländisch aussehenden Passanten geworfen.

  • Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: D.- W. Ebener/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: D.- W. Ebener/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Dazu soll er Anfang November «Scheiß Ausländer, geh zurück in Dein Land» gerufen haben. Der Attackierte - ein Deutscher mit irakischen Wurzeln - habe den Würfen aus mehr als 20 Metern Höhe knapp ausweichen können. Am gleichen Tag soll der Angeklagte an einer Kreuzung plötzlich einen neben ihm stehenden Syrer mit einem Hammer geschlagen haben. Der 31-Jährige erlitt eine Platzwunde und wurde medizinisch versorgt.

Der Tatverdächtige war vorher wegen anderer Gewalttaten zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden, die noch nicht rechtskräftig war. Nach der Hammer-Attacke war er gestellt worden. Da der Hammer aber nicht gefunden wurde, konnte er wieder gehen. In der Nacht darauf habe er an einem Tanzlokal Gäste mit Schere und Fäusten traktiert. Daraufhin war er festgenommen worden und ist seitdem in Haft.

Der 21-Jährige kündigte an, dass er am 26. Oktober vor Gericht zu den Vorwürfen Stellung nehmen will. Dann sollen auch Geschädigte gehört werden. Ein Urteil soll am 6. November gesprochen werden.