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Metaller im Norden einigen sich auf Krisentarifpaket

24.03.2020 - In der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie im Norden sollte es um Beschäftigungssicherung in Zeiten der Digitalisierung gehen. Durch die Corona-Krise haben die Verhandlungen zwar ein anderes Gewicht bekommen. Was nun noch drängender bleibt, ist Beschäftigungssicherung.

  • Das Logo der IG Metall auf dem Helm eines Stahlarbeiters. Foto: Bernd Thissen/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Logo der IG Metall auf dem Helm eines Stahlarbeiters. Foto: Bernd Thissen/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Tarifverhandlungen für die 140 000 Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie sind aufgrund drängender Beschäftigungsprobleme durch die Coronavirus-Pandemie bis Ende des Jahres ausgesetzt worden. Der bisherige Tarifvertrag werde ohne Entgelterhöhungen bis dahin fortgeschrieben, teilten die Tarifpartner am Dienstag in Hamburg mit. Zur besseren Bewältigung der Corona-Auswirkungen in den Betrieben einigten sich die Verhandlungsführer der IG Metall Küste und des Arbeitgeberverbands Nordmetall am späten Montagabend auf ein «Corona-Krisentarifpaket».

Das Maßnahmenpaket sieht unter anderem Erleichterungen bei der Einführung von Kurzarbeit und Vereinbarungen zur Bewältigungen von Engpässen in der Kinderbetreuung vor. Das Verhandlungsergebnis entspreche weitgehend der Einigung aus Nordrhein-Westfalen, hieß es in den Mitteilungen der Tarifpartner.

Es gehe darum, in der Coronakrise schnellstmöglich klare Verhältnisse zu schaffen, betonte Nordmetall-Verhandlungsführerin Lena Ströbele. Die Tarifpartner seien sich einig, dass die Unternehmen sich darauf konzentrieren müssten, Lieferketten wiederherzustellen, Produktionsausfälle aufzuholen und Verluste möglichst wettzumachen. «Wir übernehmen in der schweren Krise Verantwortung für Beschäftigte und Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie», betonte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste.

Die IG Metall hatte ursprünglich in der Tarifrunde auf eine konkrete Lohnforderung verzichtet und wollte stattdessen Jobs in den Modernisierungsschüben durch die Digitalisierung sichern.

Beim «Krisentarifpaket» soll nun zur Verminderung sozialer Härten in jedem Betrieb an der Küste ein Solidartopf eingerichtet werden. Die Summe hierfür speist sich aus der Anzahl der Beschäftigten im Betrieb multipliziert mit 350 Euro. Wie der Topf ausgezahlt wird, soll über Betriebsvereinbarungen geregelt werden. Am Ende überschüssige Mittel sollen zu gleichen Teilen an die Belegschaft ausgezahlt werden.

Um das das von der Agentur für Arbeit übernommene Kurzarbeitergeld von 60 Prozent des Lohns (67 Prozent bei Menschen mit Kindern) zu erhöhen, können Sonderzahlung wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld dem monatlichen Einkommen anteilig hinzugerechnet werden. Im Gegenzug erhalten die Beschäftigten einen Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen.

Für die Betreuung von Kindern erhalten Beschäftigte bis Jahresende fünf freie Tage zusätzlich, sofern sie unter anderem Resturlaub und Arbeitszeitkonten aufgebraucht haben. Auch bekommen mehr Erziehende die Möglichkeit, bei Schul- und Kitaschließungen acht freie Tage statt eines tariflichen Zusatzgeldes zu beantragen, weil zusätzlich auch Kinder von neun bis zwölf Jahren in die Regelung einbezogen worden sind (bisher nur bis zur Vollendung des 8. Lebensjahres).

Der Regelungen traten für die Beschäftigten der Branchen in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommer und im nordwestlichen Niedersachsen sofort in Kraft.

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