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Minister: Kommunen müssen mehr Schutzausrüstung lagern

27.05.2020 - Rauchgase sind gefährlich. Wie gefährlich Gase bei brennenden Kunststoffen langfristig sind, das wurde Experten zufolge bisher unterschätzt. In Neubrandenburg wird an einem System gearbeitet, wie «der Dreck an der Einsatzstelle gelassen werden kann.»

  • Lorenz Caffier (CDU), Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Danny Gohlke/dpa/archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Lorenz Caffier (CDU), Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Danny Gohlke/dpa/archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Kommunen im Nordosten müssen nach Ansicht von Landesinnenminister Lorenz Caffier (CDU) wieder größere Mengen an Schutzausrüstungen lagern als bisher. «Das muss eine Konsequenz für den Katastrophenschutz aus der Corona-Krise sein», sagte Caffier am Mittwoch bei der Feuerwehr in Neubrandenburg. Ziel sei eine längere Einsatzbereitschaft unabhängig von globalen Lieferketten, die in der Corona-Pandemie unterbrochen waren. «Wir hatten bisher für zwei Wochen genug Material», sagte Neubrandenburgs Feuerwehrchef Frank Bühring, der für 80 Berufs- und 120 freiwillige Feuerwehrleute zuständig ist. Dies soll nun auf sechs Wochen Einsatzbereitschaft erhöht werden.

Nach dem gehäuften Auftreten von Krebserkrankungen bei Kameraden in Neubrandenburg fördert das Land die Anschaffung zusätzlicher Schutzkleidung und moderner Einsatz-Software bei der Feuerwehr mit rund 99 000 Euro, wofür Caffier einen Zuwendungsbescheid übergab. Die gesamte Neuanschaffung soll rund 400 000 Euro kosten, wovon die Kommune am meisten trägt.

Seit 2003 waren zwölf Feuerwehrleute in Neubrandenburg an Krebs erkrankt. Dies wird von Experten unter anderem mit krebserregenden Substanzen in Rauchgasen in Verbindung gebracht. Das Problem lag darin, dass Einsatzkleidung nach dem Löschen nicht gleich gewechselt wurde und oft sogar noch länger in Feuerwehren neben sauberer Kleidung hing. Das soll sich ändern: «Wir wollen den Dreck sozusagen an der Einsatzstelle lassen», verdeutlichte Bühring. So wurde vorgeführt, wie Kameraden sofort nach dem Löschen die kontaminierte Schutzkleidung ablegen und vorsichtig Wechselkleidung anlegen.

«Wegen der Gase bei brennenden Kunststoffen sind auch Mülltonnenbrände gefährlich», erläuterte Bühring. Die verschmutzte Einsatzkleidung werde mit Industriewaschmaschinen gereinigt und in bestimmten Abständen auch imprägniert. Hier seien etliche freiwillige Feuerwehren noch im Nachteil.

In Neubrandenburg starben neun Kameraden im Alter von 50 bis 60 Jahren nach ihrer Krebserkrankung, drei Feuerwehrleute konnten nach erfolgreicher Behandlung wieder in den Dienst zurückkehren. Inzwischen wird dies in einer landesweiten Studie zum Krebsrisiko bei Berufsfeuerwehren untersucht. Weitere auffällige Häufungen seien bisher nicht bekannt geworden, sagte Caffier. Neubrandenburg übernehme beim Umgang mit Schutzkleidung derzeit eine Pilotfunktion für den Nordosten. Die Ergebnisse der Studie, die in Regie des Gesundheitsministeriums läuft, lägen noch nicht vor.

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