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Nach «Eurofighter»-Absturz Verbot von Übungsflügen gefordert

25.06.2019 - Am Tag nach dem Absturz der zwei «Eurofighter»-Kampfjets über der Mecklenburgischen Seenplatte begreifen die Menschen, wie knapp sie an einer größeren Katastrophe vorbeigeschrammt sind. Kritik an den Übungsflügen der Luftwaffe über dem Urlaubsgebiet wird laut.

  • Nach «Eurofighter»-Absturz Verbot von Übungsflügen gefordert. Foto: Bernd Wüstneck © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Nach «Eurofighter»-Absturz Verbot von Übungsflügen gefordert. Foto: Bernd Wüstneck © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Waren (dpa/mv) - Der Absturz von zwei «Eurofighter»-Kampfjets über der Mecklenburgischen Seenplatte hat eine Diskussion um ein Verbot von Übungsflügen der Luftwaffe über dem beliebten Urlaubsgebiet ausgelöst. Bürgermeister der Region sowie Politiker von Linken und Grünen forderten ein Ende oder zumindest eine kritische Prüfung der bisherigen Praxis. Der CDU-Verteidigungsexperte Henning Otte verteidigte hingegen die Luftkampfübungen.

«Die Bundeswehr muss dort üben, wo sie im Bedarfsfall auch verteidigt», sagte der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion am Dienstag im Deutschlandfunk. Er äußerte sein Unverständnis zur Forderung der Linken im Schweriner Landtag, die Luftkampfübungen zu beenden. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Oppositionsfraktion, Peter Ritter, hatte gesagt, dass die Übungen nicht nötig seien. Sie stellten zudem eine Gefahr für Menschen sowie eine Belastung für die Umwelt dar.

Auch die Grünen sehen die Überflüge kritisch. «Generell müssen solche Flug-Manöver kritisch hinterfragt werden - nicht nur bei erhöhter Waldbrandgefahr, sondern auch, da Emissionen, Lärm und auch die Gefahren für die Bevölkerung nicht unerheblich sind», sagte die Landesvorsitzende Claudia Schulz. «Es muss geprüft werden, in welchen Regionen und in welchem Ausmaß Eurofighter fliegen dürfen, und inwiefern man die Flüge über Urlaubsregionen einschränken kann.»

Der Bürgermeister von Waren an der Müritz, Norbert Möller (SPD), berichtete, dass viele Touristen kein Verständnis dafür hätten, dass ausgerechnet rings um die Müritz Tiefflüge geübt würden. Die Seenplatte gilt mit Hunderttausenden Gästen als wichtigste Tourismusregion im Nordosten nach der Ostseeküste. «Man darf das gar nicht zu Ende denken, aber wir sind alle nochmal mit einem blauen Auge davongekommen», sagte Möller. Auch die Bürgermeisterin von Silz und Nossentin, Almuth Köhler (CDU), wo eines der verunglückten Flugzeuge abstürzte, forderte eine Prüfung für Tiefflüge. «Unser Campingplatz und eine Ferienhaussiedlung am Fleesensee sind gerade voll besetzt», sagte sie. Im Ort Nossentiner Hütte ging ein Trümmerteil neben einem Kindergarten nieder.

Normalerweise starten die Eurofighter aus Laage bei Rostock etwa 20 Mal pro Tag, hieß es von der Bundeswehr. Das Gebiet, in dem sie fliegen, könne dabei jeden Tag wechseln, da es von der Deutschen Flugsicherung zugewiesen werde. Manchmal werde wie am Montag über der Seenplatte geflogen, manchmal auch über Niedersachsen, Schleswig-Holstein oder Brandenburg, sagte ein Sprecher. Der Vorsitzende der Grünen im Kreistag des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte, Falk Jagszent, stellte die Frage in den Raum: «Warum sollten nicht Übungsflüge über menschenleeren Gegenden, zum Beispiel in Skandinavien, die sinnvollste Lösung sein?»

Bei Luftkampfübungen waren am Montag zwei «Eurofighter» über der Müritz-Region zusammengestoßen und abgestürzt. Ein 27-jähriger Pilot wurde getötet, der zweite überlebte das Unglück und kam verletzt in ein Krankenhaus. Der getötete Pilot hatte nach Angaben der Luftwaffen 400 Stunden Flugerfahrung und war ausgebildeter Kampfpilot, der Überlebende ist Fluglehrer und hat mehr als 3700 Flugstunden absolviert.

Beide Maschinen gehörten zum Luftwaffengeschwader 73 «Steinhoff», das in Laage bei Rostock stationiert ist. Seine Hauptaufgabe ist die Ausbildung der deutschen Eurofighter-Piloten.

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