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Nach Auslandseinsatz: Öffentlicher Appell für MV-Soldaten

27.03.2019 - Zum ersten Mal sind Soldaten aus Mecklenburg-Vorpommern mit einem großen öffentlichen Appell für ihren Auslandseinsatz gewürdigt worden. Auch Regierungschefin Schwesig sprach den Rückkehren Dank und Respekt aus. Doch die Einsätze sind nicht unumstritten.

  • Mit einem Rückkehrerappell werden rund 500 in Mecklenburg-Vorpommern stationierte Soldaten wieder in der Heimat begrüßt. Foto: Bernd Wüstneck © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Mit einem Rückkehrerappell werden rund 500 in Mecklenburg-Vorpommern stationierte Soldaten wieder in der Heimat begrüßt. Foto: Bernd Wüstneck © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schwerin (dpa/mv) - Mit einem großen Rückkehrerappell sind am Mittwoch in Schwerin rund 500 Soldaten nach mehrmonatigen Auslandeinsätzen wieder in der Heimat begrüßt worden. Die vorrangig in Mecklenburg-Vorpommern stationierten Bundeswehrangehörigen hatten an UN- und Nato-Missionen in Afghanistan, Mali, Jordanien und im Mittelmeer teilgenommen und waren zu Beginn des Jahres von dort zurückgekehrt. Nach Angaben eines Bundeswehrsprechers wurden bei dem feierlichen Zeremoniell vor dem Schloss bundesweit erstmals Vertreter aller drei Teilstreitkräfte gemeinsam mit einem öffentlichen Appell für ihre Einsätze fern der Heimat gewürdigt. Zahlreiche Schaulustige verfolgten die einstündige Veranstaltung, die vom Heeresmusikkorps Neubrandenburg musikalisch umrahmt wurde.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hob in ihrer Ansprache Einsatzbereitschaft und Leistungen der Soldaten hervor. «Sie alle können mit Stolz auf Ihre Einsätze zurückblicken. Wir brauchen Bürgerinnen und Bürger wie Sie, die sich aktiv für unsere Freiheit einsetzen und bereit sind, sie persönlich zu verteidigen», sagte die Regierungschefin. Freiheit, Rechtsstaat und Demokratie seien keine Selbstverständlichkeiten und bedürften daher besonderen Schutzes, gerade in Zeiten von Instabilität, Nationalismus und Populismus.

Auch wenn Auslandseinsätze in der Bevölkerung unterschiedlich bewertet würden, so gebühre den Soldaten doch ungeteilter Respekt für ihren Dienst auch außerhalb der Landesgrenze, der jeweils vom Bundestag beschlossen worden sei. Ihren Dank richtete Schwesig auch an die Familien der Soldaten. In der Heimat hätten sie vieles allein schultern müssen, oft getragen von der Sorge um das Wohlergehen des Partners. «Ich freue mich, dass Sie alle wohlbehalten aus dem Einsatz zurückgekehrt sind», betonte Schwesig an die Soldaten gewandt.

Mit einer Schweigeminute gedachten die Teilnehmer des Appells der bei den bisherigen Auslandseinsätzen ums Leben gekommenen deutschen Soldaten. Allein in Afghanistan seien 110 Bundeswehrangehörige umgekommen, und bis heute sei der Einsatz dort einer der gefährlichsten, sagte Brigadegeneral Andreas Durst.

Die von ihm geführte Panzergrenadierbrigade 41 «Vorpommern» hatte den Großteil der 2018 im Ausland eingesetzten Kräfte gestellt. Durst äußerte die Hoffnung, dass die öffentliche Ehrung dazu beitragen könne, den im Ausland eingesetzten Soldaten die ihnen gebührende Anerkennung zuteil werden zu lassen. Denn bislang nehme die Gesellschaft meist nur dann Kenntnis von ihrem Wirken, wenn sie Ziel von Anschlägen wurden oder der Bundestag über eine Mandatsverlängerung debattiert, beklagte der General.

Auch Neubrandenburgs Oberbürgermeister Silvio Witt mahnte mehr Anerkennung an. «Für mich gehören Staatsbürger in Uniform zum täglichen Leben dazu und es ist daher selbstverständlich, dass sie gesellschaftlich Wertschätzung erfahren», sagte er. Seine Stadt, Sitz des Brigadestabes, forciere bewusst die Sichtbarkeit der Bundeswehr, etwa durch Appelle auf dem Marktplatz oder durch Präsenz bei Volksfesten.

Bei dem Appell in Schwerin waren auch Angehörige des Luftwaffengeschwaders in Rostock-Laage sowie der Marine in Rostock mit dabei. Sie waren vornehmlich bei der Zurückdrängung islamistischer Kräfte im Nahen Osten und bei der Sicherung von Küstenabschnitten im Mittelmeer im Einsatz.

Die jeweils vom Bundestag beschlossenen Mandate unter dem Dach von Nato und UN dauern in der Regel vier bis sechs Monate. Die Kontingente werden im Wechsel von Einheiten gestellt, die bundesweit an verschiedenen Orten stationiert sind. Die Einsätze sind politisch und militärisch umstritten.

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