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Nach der Sommersaison: Kein Innehalten der Tourismusbranche

14.09.2019 - Nach der Saison ist vor Saison: Die letzten Hochsommergäste haben gerade ihre Koffer gepackt, da stehen die ersten Touristen vor der Tür, die extra wegen des Herbstes nach Mecklenburg-Vorpommern gekommen sind.

  • Ein gelber Sonnenschirm steht an einem Strand an der Müritz. Foto: Jens Büttner/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein gelber Sonnenschirm steht an einem Strand an der Müritz. Foto: Jens Büttner/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Rostock (dpa/mv) - Nach dem Ende der Sommerferien bundesweit hat die Tourismusbranche ein positives Fazit der Saison gezogen. Zuletzt begann in Baden-Württemberg und Bayern wieder die Schule. Fürs Innehalten haben die Tourismusmanager in Mecklenburg-Vorpommern aber noch keine Gelegenheit. «Wir gehen nun in den Herbst, die Angebote dafür sind draußen», sagte der Vize-Geschäftsführer des Landestourismusverbands, Tobias Woitendorf. So werde der sogenannte Schlösserherbst noch einmal aufgelegt. In dieser Jahreszeit sei das Programm für die Gäste fast so reichhaltig wie in der Hochsaison mit vielen kulturellen und auch kulinarischen Veranstaltungen.

Es werde insgesamt ein wenig ruhiger im Land, allerdings sei die Bettenauslastung zuletzt noch recht hoch gewesen. Dies habe sich auch im Straßenbild gezeigt, wo eine nicht unerhebliche Zahl an Autos mit süddeutschen Kennzeichen zu sehen war, sagte Woitendorf. Er rechnete damit, dass die Branche noch bis zum Ende der Herbstferien eine rege Nachfrage erlebt. «Dann erst wird es merklich ruhiger.»

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) war Mitte August davon ausgegangen, dass in diesem Jahr der Rekordwert von 2018 mit 30,9 Millionen Übernachtungen übertroffen werden kann. «Ich wage die Prognose, dass wir zum Jahresende bei 31,5 bis 33 Millionen Übernachtungen landen werden», sagte Glawe.

«Die Saison ist noch nicht zu Ende. Wir hoffen auf den goldenen Herbst», sagte auch der Sprecher der Campingbranche, Gerd Scharmberg. Es gebe die klassischen Herbsturlauber, die wegen des Kranichzugs oder der Hirschbrunft kommen. Auch die Schönheit der bunten Laubwälder etwa in der Seenplatte habe sich bundesweit herumgesprochen. Der Herbst sei von großer Bedeutung. «Ohne einen guten Herbst gibt es kein gutes Jahresergebnis.»

Dehoga-Hauptgeschäftsführer Matthias Dettmann zeigte sich erfreut, dass es auch aus Teilen der Gastronomie positive Rückmeldungen gab. «Dort, wo Angebot und Lage stimmen, signalisieren die Gastronomen leichte Zuwächse.» Es bleibe aber mit Blick auf die Fläche und das Binnenland abzuwarten, ob diese Entwicklung für alle Betriebe dieses Segmentes gelte.

Nicht zufrieden mit der Saison zeigte sich die Wasserschutzpolizei in ihrer vorläufigen Jahresbilanz. Die 18 Badetoten und sechs Toten bei Sportbootunfällen seien zwar weniger als 2018, aber deutlich mehr als im Schnitt der vergangenen Jahre. «Als Ursachen sind immer wieder Leichtsinn der Badenden festzustellen sowie das Überschätzen der eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten», sagte Sprecher Robert Stahlberg. Auch würden insbesondere auf der Ostsee die Kräfte der Wellen- und Strömungsverhältnisse verkannt. Zu den Sportbootunfällen sagte Stahlberg: «Keine der sechs Personen trug eine Rettungsweste, diese hätte mindestens vier von ihnen das Leben gerettet.»

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