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Neue Prognose: Gebremster Bevölkerungsrückgang in MV

20.08.2019 - Bevölkerungsprognosen liefern der Politik wichtige Entscheidungshilfen. Welche Folgen falsche Vorhersagen haben, zeigte sich in jüngerer Vergangenheit bei den Kitas im Nordosten, in denen plötzlich Plätze fehlten. Nun liegen neue Zahlen für MV vor.

  • Ein leeres und ziemlich verfallenes Wartehäuschen steht im Dorf Tuckhude in der Lewitz (Mecklenburg-Vorpommern). Foto: Jens Büttner/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein leeres und ziemlich verfallenes Wartehäuschen steht im Dorf Tuckhude in der Lewitz (Mecklenburg-Vorpommern). Foto: Jens Büttner/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schwerin (dpa/mv) - Die Landesregierung geht bei ihren Planungen weiter von einer schrumpfenden Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern aus, rechnet aber mit einem deutlich langsameren Rückgang als bisher. «Die positive Botschaft ist: Die starke Bevölkerungsschrumpfung ist vorbei», sagte Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) am Dienstag in Schwerin bei der Vorlage der neuen Bevölkerungsprognose.

Den neuen Berechnungen zufolge wird die Einwohnerzahl von derzeit etwa 1,61 Millionen bis 2030 voraussichtlich auf rund 1,58 Millionen sinken und bis 2040 auf dann noch 1,53 Millionen. In der letzten, 2012 aktualisierten Prognose war bereits für 2030 ein Rückgang auf unter 1,5 Millionen vorhergesagt worden.

Der deutlich verlangsamte Bevölkerungsschwund gehe nur zu einem Teil auf den Zuzug von Migranten vor allem in den Jahren 2015 und 2016 zurück, betonte Pegel. So kehrten viele Menschen in ihre norddeutsche Heimat zurück und auch Deutsche aus anderen Bundesländern ließen sich im Nordosten nieder. «Wir haben seit einigen Jahren ein positives Wanderungssaldo», sagte der Minister. Zu den Gewinnerregionen gehörten Rostock, der Großraum Schwerin sowie das Doppelzentrum im Landesosten Greifswald/Stralsund. Aber auch in Küstenregionen sei ein Zuwachs zu verzeichnen.

So wies die Statistik allein für das Jahr 2017 etwa 5000 mehr Zuzüge von Deutschen aus anderen Bundesländern nach Mecklenburg-Vorpommern aus als Fortzüge. Dagegen verließen etwa 1000 Ausländer mehr den Nordosten als kamen. Die Fachleute waren bei früheren Schätzungen von anhaltenden Wanderungsverlusten ausgegangen.

Pegel verwies zudem auf eine Stabilisierung der Geburtenzahlen im Land. Diese liege mit etwa 13 000 im Jahr zwar immer noch deutlich unter der jährlichen Zahl der Sterbefälle von etwa 20 000. Doch verzeichne Mecklenburg-Vorpommern inzwischen die höchste Geburtenrate in Ostdeutschland.

Allerdings können die Geburten nicht die zunehmende Alterung der Bevölkerung aufhalten. Laut Prognose werden schon 2030 etwa 32 Prozent der Einwohner 67 Jahre und Älter sein. Deren Anteil liegt derzeit noch bei 24 Prozent, 1990 hatte er lediglich bei 15,7 Prozent gelegen. Diese Entwicklung werde auch Auswirkungen auf die Anforderung an die medizinische Versorgung und Pflegeeinrichtungen haben.

Der Anteil der Jugendlichen von unter 18 Jahren bleibt demnach in den kommenden Jahren mit rund 15 Prozent stabil. Doch schrumpft die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter von aktuell 980 000 im nächsten Jahrzehnt auf 827 000, ein Minus von 18 Prozent. «Darauf müssen wir uns und müssen sich die Betriebe einstellen», sagte Pegel. Wichtig sei daher, die Digitalisierung rasch voranzutreiben. Zudem sei die Versorgung mit schnellem Internet und Mobilfunk auch in ländlichen Regionen enorm wichtig.

«Wir setzen weiter auf ländliche Gestaltungsräume», betonte Pegel. Er rechnet damit, dass aus der Millionenmetropole Berlin wegen des wachsenden Mietdrucks dort immer mehr Menschen nach alternativen Wohn- und Lebensorten suchen. Davon könnten Regionen wie die Seenplatte oder das südliche Vorpommern profitieren.

Die Bevölkerungsprognosen gelten als wichtiges Entscheidungskriterium für die Landesregierung, insbesondere wenn es um die Infrastruktur geht. Dazu gehört die Schulplanung, die Bereitstellung von Kita-Plätzen oder die medizinische Versorgung.

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