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Neues Therapiekonzept an der Forensischen Klinik Rostock

17.01.2021 - Die Forensischen Kliniken spielen in der öffentlichen Aufmerksamkeit selten eine große Rolle. Doch die Gesellschaft profitiert in hohem Maße von den Therapieerfolgen. Denn dort werden psychisch kranke Straftäter behandelt.

  • Birgit Völlm, Chefin der Forensischen Klinik an der Universitätsmedizin Rostock. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Birgit Völlm, Chefin der Forensischen Klinik an der Universitätsmedizin Rostock. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mit einem veränderten Therapiekonzept will die Chefin der forensischen Klinik an der Universitätsmedizin Rostock, Birgit Völlm, die Therapieerfolge ausbauen. Dazu gehöre die Trennung der maximal 103 Patienten nach ihren Krankheitsbildern auf den insgesamt sieben Stationen der Klinik, sagte Völlm der Deutschen Presse-Agentur. Auch eine neue Frauenstation sei eingerichtet worden, zuvor waren Frauen mit Männern gemeinsam auf Stationen untergebracht. «Als weiteres Alleinstellungsmerkmal in Mecklenburg-Vorpommern hält die Klinik eine Station für Jugendliche vor», sagte Völlm. Jetzt könnten die Teams spezialisiert und die Behandlungsmethoden besser auf die Patientengruppe ausgerichtet werden. Auch könnten die Mitarbeiter entsprechend Interesse und Eignung eingesetzt werden.

«Unsere Patienten zeichnet aus, dass sie eine psychische Erkrankung haben und eine Straftat begangen haben - und dazwischen gibt es eine Verbindung», fasste Völlm die Ausgangsposition zusammen. Sie ist seit 2018 Klinikdirektorin. Aufgabe sei es, durch die Therapie das Risiko zukünftiger Straftaten zu vermindern. Völlm war jüngst zur Vorsitzenden der Forensischen Sektion in der Weltorganisation der Psychiater gewählt worden. Dieser Verband repräsentiert rund 250 000 Psychiatern aus 120 Ländern.

Die meisten der im Maßregelvollzug Behandelten werde nicht wieder mit erneuten Straftaten auffällig. Die Rückfallquote liege bei etwa zehn Prozent, während bei reiner Verbüßung der Haftstrafe von etwa 50 Prozent auszugehen ist, sagte Völlm. Lediglich bei Suchtkranken liegen die Rückfallquoten auch nach Behandlung bei knapp unter 50 Prozent. Dabei sei aber zu beachten, dass die begangenen Straftaten oft weniger schwer sind als vor der Behandlung, etwa Eigentumsdelikte und nicht Gewaltstraftaten. «Wenn die Menschen verstehen, warum sie Straftaten begehen, sie therapiert und adäquat und langfristig nachbetreut werden, sinkt das Risiko, erneut straffällig zu werden.»

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie werden in den Kliniken des Maßregelvollzugs bundesweit aktuell mehr als 10 000 Menschen behandelt. Hinzu kämen mehrere Tausend ambulant betreute Patienten in der forensischen Nachsorge. Dabei sind die psychiatrischen Krankheitsbilder höchst unterschiedlich: Sie reichen von schweren Formen der Alkohol- und Drogensucht über Schizophrenien bis hin zu Intelligenzminderungen.

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