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Plädoyer für Regionales: Ministerpräsidentin eröffnet MeLa

12.09.2019 - Regional oder Bio - darüber ist zu Beginn der Agrarmesse MeLa in Mühlengeez viel diskutiert worden. Der Trend scheint zu mehr Regionalität zu gehen.

  • Manuela Schwesig (SPD), eröffnet die 29. Mecklenburgische Landwirtschaftsausstellung MeLa. Foto: Bernd Wüstneck/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Manuela Schwesig (SPD), eröffnet die 29. Mecklenburgische Landwirtschaftsausstellung MeLa. Foto: Bernd Wüstneck/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mühlengeez (dpa/mv) - Mit einem Plädoyer für regionale Produkte hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) die 29. Mecklenburgische Landwirtschaftsausstellung (MeLa) in Mühlengeez im Landreis Rostock eröffnet. «Bitte schauen Sie, dass Sie Lebensmittel aus der Region kaufen», sagte sie am Donnerstag dem Publikum. Sie sei überzeugt, dass die Produkte aus Mecklenburg-Vorpommern gut sind. Sie werbe dafür, lieber beim Bäcker und Fleischer um die Ecke zu kaufen, statt den Schinken bei Amazon zu bestellen. Qualität habe natürlich einen Preis. Die europäische Unterstützung aus öffentlichen Mitteln sei nötig, damit die Lebensmittel bezahlbar blieben, sagte Schwesig.

Die MeLa hat sich nach ihren Worten zur größten Agrarmesse in Norddeutschland entwickelt. Mehr als 1000 Aussteller präsentieren bis Sonntag neue Lebens- und Genussmittel und innovative Technologien. Teil der Messe ist die Landestierschau mit mehr als 1200 Zuchttieren. Sie ist nach Angaben von Agrarminister Till Backhaus (SPD) die größte Tierschau bundesweit.

Die Stimmung in der Landwirtschaft hat sich Backhaus zufolge in diesem Jahr aufgehellt. Mit 78 Dezitonnen Getreide und knapp 37 Dezitonnen Raps pro Hektar seien die Landwirte relativ zufrieden. Im Vergleich zu den Vorjahren hätten die landesweit rund 5000 Betriebe zum Teil sogar eine hervorragende Ernte eingefahren. Der Präsident des Landesbauernverbands, Detlef Kurreck, erinnerte daran, dass die Verbraucher von den vergangenen drei schlechten Ernten nichts gemerkt hätten. «Die Lebensmittelpreise sind relativ stabil», sagte er. Auch seien die Lebensmittel sicher wie nie. «Dennoch sind die Verbraucher der Landwirtschaft gegenüber skeptisch», monierte er.

Beim traditionellen Eröffnungsrundgang zeigte sich Schwesig routiniert und locker. Nach dem Bekanntwerden ihrer Krebs-Erkrankung gerieten manche guten Wünsche für sie vielleicht herzlicher als sonst. Sie desinfizierte sich häufig die Hände und wollte keine Tierhallen besuchen, wie es von den Veranstaltern hieß. Als sie jedoch ein Aussteller mit dem Gerücht konfrontierte, dass sie niemandem die Hand geben wolle, wirkte sie brüskiert.

Zuvor hatte die Regierungschefin viele Hände geschüttelt, etwa von Schülern in der Halle der «Kinder-MeLa», wo sie mit den Mädchen und Jungen mehrere Quizfragen durchging. Im Kochstudio kostete sie von Sternekoch Ronny Siewert aus Heiligendamm zubereiteten Hähnchenoberkeulenbraten mit Rotkohlcreme und Schinkenschaum. Zupackend servierte sie mit vorgebundener Schürze älteren Besuchern vorbereitete Teller.

Am Stand der Agrarmarketinggesellschaft schlug Schwesig ihrem Agrarminister vor, eine Kampagne zu starten, in jeder Kita einmal wöchentlich ein Bio-Gericht anzubieten. Backhaus hatte zuvor berichtet, dass die Kantine seines Ministeriums auf regionale und Bio-Produkte umgestellt worden sei. Nach seiner Ansicht wird auf Dauer Regional wichtiger als Bio werden.

Auf einer Podiumsdiskussion zur Wertschätzung von Lebensmitteln sagte Backhaus, viele Menschen hätten den Bezug zum Ursprung der Lebens- und Nahrungsmittel und zu deren Wert verloren. Ursachen seien das geringe Preisniveau und die Tatsache, dass Europa seit Jahrzehnten keine Lebensmittelknappheit mehr erlebt habe. Der Überfluss sei zur Selbstverständlichkeit geworden.

Nach seinen Worten wirft jeder Deutsche pro Jahr im Schnitt rund 55 Kilogramm Lebensmittel weg, bundesweit pro Jahr etwa elf Millionen Tonnen. Das sei ein Drittel der gesamten Nahrungsmittelproduktion. Ressourcen wie Ackerboden und Wasser würden damit verschwendet. Beim Transport, der Verarbeitung, Verpackung und Zubereitung von Nahrung würden tonnenweise Treibhausgase frei. Durch den sorgsamen Umgang mit Lebensmitteln könne daher jeder einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

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