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Prostituierten-Prozess: Verteidiger will fünf Jahre Haft

18.09.2019 - Er soll eine Prostituierte niedergestochen und eine andere bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt haben. Dafür muss ein 28-Jähriger in Rostock mit einer hohen Haftstrafe rechnen. Er selbst hatte die Polizei angerufen und erklärt, er sei gerade dabei, eine Frau zu ermorden.

  • Das Schild am Landgericht in Rostock. Foto: Bernd Wüstneck/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Schild am Landgericht in Rostock. Foto: Bernd Wüstneck/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Rostock (dpa/mv) - Im Rostocker Prozess um brutale Übergriffe auf zwei Prostituierte hat der Verteidiger des 28 Jahre alten Angeklagten eine Haftstrafe von fünf Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung gefordert. Sein Mandant habe den beiden Frauen Leid zufügen, sie aber nicht töten wollen, sagte er am Mittwoch im Landgericht. Auch die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer in der vergangenen Woche den ursprünglichen Vorwurf des versuchten Totschlags fallen gelassen und sieben Jahre und sechs Monate Gefängnis wegen gefährlicher Körperverletzung sowie zusätzlich die Sicherungsverwahrung beantragt.

Der Rechtsanwalt des einen Opfers hingegen verlangte vom Gericht eine Verurteilung wegen versuchten Mordes, ohne ein konkretes Strafmaß zu nennen. Ein Psychiater hatte dem Angeklagten eine sexuelle sadistische Störung attestiert, die er bis zu den Taten unter Kontrolle gehalten habe. Er sei uneingeschränkt schuldfähig.

Der 28-Jährige hatte während des Prozesses gestanden, im Oktober 2018 eine 33-jährige und im Januar 2019 eine 40-jährige Frau, die er über ein Erotik-Portal im Internet zu sich nach Hause eingeladen hatte, gewürgt beziehungsweise mit einem Messer verletzt zu haben. An Details könne er sich nicht erinnern, behauptete er. Im ersten Fall konnte das Opfer schwer verletzt fliehen und ihn anzeigen. Der Mann wurde jedoch nicht festgenommen. Drei Monate später würgte er das zweite Opfer bis zur Bewusstlosigkeit. Er selbst informierte über den Notruf die Polizei und sagte, er sei gerade dabei, eine Frau zu ermorden.

In seinem sogenannten letzten Wort im Prozess bereute der Angeklagte seine Taten. Er hoffe, die beiden Frauen würden irgendwann wieder ein normales Leben führen können, sagte er. Das Urteil soll am kommenden Montag verkündet werden.

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