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Vergewaltigung von Großneffe: Sechseinhalb Jahre beantragt

25.01.2021 - Im Prozess um mehrfachen Kindesmissbrauch und Vergewaltigung drohen einem 63-jährigen Mann mehrere Jahre Haft. Die Staatsanwaltschaft sieht die Taten als erwiesen an, die Verteidigung spricht hingegen von falschen Beschuldigungen.

  • Eine Figur der Justitia. Foto: picture alliance/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Figur der Justitia. Foto: picture alliance/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ein 63-jähriger Mann soll seinen Großneffen vergewaltigt haben - die Staatsanwaltschaft beantragte jetzt sechs Jahre und sechs Monate Gefängnis. In ihrem Plädoyer sah die Anklagebehörde es am Montag am Landgericht Schwerin als erwiesen an, dass sich der Mann 2012 mehrfach an dem Kind verging und 2017 den inzwischen 14-jährigen zweimal vergewaltigte. Zuvor soll er dem Jungen ein narkotisierendes Mittel in ein Getränk gemischt haben.

Der Verteidiger beantragte Freispruch. Es gebe keine Beweise für die Übergriffe und die Aussagen der Zeugen seien widersprüchlich beziehungsweise unglaubwürdig. Möglicherweise sei ein Streit innerhalb der erweiterten Familie der Hintergrund für die aus seiner Sicht falschen Anschuldigungen. Der Angeklagte und die Familie des Jungen sind Nachbarn in einem Dorf im Landkreis Ludwigslust-Parchim.

Das Plädoyer der Staatsanwaltschaft basierte ausschließlich auf Aussagen von Zeugen, die während der Ermittlungen oder vor Gericht vernommen wurden. Der betroffene Junge habe die Taten «souverän und glaubwürdig» geschildert. Er habe nicht gelogen und ihm sei nichts eingeredet worden, erklärte der Staatsanwalt.

Der von dem Jungen geschilderte Hergang der Taten sei zu «kompliziert», als dass er sich diesen hätte ausdenken können, nur um den Angeklagten fälschlicherweise zu bezichtigen. Außerdem hätten mehrere Zeugen Angaben bestätigt. Es sei unwahrscheinlich, dass so viele Zeugen sich verschworen hätten, um Lügen über den Angeklagten zu verbreiten, hieß es im Plädoyer.

Der Angeklagte hatte während des Prozesses geschwiegen. Das ihm zustehende «letzte Wort» nutzte er jedoch, um zu beteuern, dass er unschuldig sei. Der 63-Jährige ist nicht vorbestraft. Das Urteil soll am Dienstag in der kommenden Woche (2. Februar) verkündet werden.

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