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Premiere der Schreiadleroper im August

21.03.2019 - Theaterleute haben den Schreiadler als Protagonisten für eine Oper entdeckt. Er heißt wegen seines Verbreitungsgebietes auch Pommernadler und hat einige Besonderheiten.

  • Ein Schreiadler sitzt auf einem Ast. Foto: Patrick Pleul/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Schreiadler sitzt auf einem Ast. Foto: Patrick Pleul/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Greifswald (dpa/mv) - Der auch Pommernadler genannte Schreiadler wird in diesem Sommer in Vorpommern zum Opernstar. Das Institut Opernale, das seit 2011 fast jährlich eine Oper auf ungewöhnliche Bühnen auf dem Lande bringt, hat in dem Vogel ungeahntes künstlerisches und gesellschaftspolitisches Potenzial entdeckt, wie Regisseurin Henriette Sehmsdorf am Donnerstag in Greifswald berichtete. Dazu gehöre, dass bei dieser kleinsten Adlerart in Deutschland in der Regel zwei Küken schlüpften, eines das andere aber töte, was als «obligatorischer Kainismus» bezeichnet werde. Zudem fliegen die Vögel jährlich 10 000 Kilometer ins Winterquartier ins südliche Afrika.

Eine Grundlage für das Libretto der Opern «Clanga pomarina. Die Schreiadleroper» ist Sehmsdorf zufolge das gut dokumentierte Leben des Schreiadlers Rainer, der mit einem Sender versehen wurde. Sein Leben endete abrupt am Reformationstag 2017 an der türkisch-syrischen Grenze. Rainer erzähle in der Oper aus seiner Vogelperspektive. Neben drei Sängern gehörten zu den Akteuren auf der Bühne auch zwei Puppenspieler mit Adler-Handpuppen und zwei Musiker an Klavier und Flöte. Die Musik komponiert Benjamin Saupe. Er greift als Motiv den Schrei nach Futter von Schreiadlerküken auf, wie er berichtete. In der Oper träfen sich Teile eines Oratoriums mit einem neu komponierten Schlager und arabischer Musik.

Das Stück soll am 10. August im Vogelpark Marlow bei Rostock seine Uraufführung haben. Anschließend sind weitere zwölf Aufführungen in Dörfern entlang der Flüsse Recknitz, Trebel, Peene und Tollense geplant, einem Lebensraum der scheuen und streng geschützten Vögel. Sie haben in Vorpommern ihr westlichstes Verbreitungsgebiet.

Zu den Aufführungen der Opernale kamen in den Vorjahren im Schnitt 1300 Menschen, wie Sehmsdorf sagte. «Ökonomisch machen wir alles falsch», meinte sie. Der Verein wolle Kultur aufs Land bringen, anstatt in Küstenorten für Touristen zu spielen. Der Etat von 130 000 Euro in diesem Jahr sei noch nicht gesichert. Die Wirtschaft halte sich bei dem Sponsoring komplett zurück. Der Vereinsvorsitzende Hans-Henning Bär sagte: «Wir wollen unsere Region mit unseren Mitteln stärken.» Ein Ziel sei es auch, «den rechten Rand zurückzudrängen».

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