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Prepper-Prozess gegen Polizist: Illegaler Waffenbesitz

17.11.2019 - Ein Polizist steht wegen illegalen Waffenbesitzes in Schwerin vor Gericht. Er wird der extremen Prepper-Szene zugerechnet.

  • Das Dienstwappen der Polizei Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Jens Büttner/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Dienstwappen der Polizei Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Jens Büttner/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schwerin (dpa/mv) - Im Zusammenhang mit der rechten Prepper-Gruppe «Nordkreuz» beginnt am Mittwoch in Schwerin der erste Gerichtsprozess. Ein Polizist und ehemaliges Mitglied des Spezialeinsatzkommandos (SEK) Mecklenburg-Vorpommern muss sich wegen illegalen Hortens von Waffen verantworten.

Dem 49-Jährigen waren im Zuge einer Razzia gegen «Nordkreuz» im August 2017 seine Waffenbesitzkarten wegen unsachgemäßer Aufbewahrung legaler Waffen entzogen worden. Anschließend soll er erneut große Mengen Munition, Waffen und explosionsgefährliche Stoffe zusammengetragen haben. Die Anklage listet gegen den Mann Verstöße gegen das Waffengesetz, das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Sprengstoffgesetz auf. Er sitzt in Untersuchungshaft. Sollte er schuldig gesprochen werden, drohen Marko G. bis zu fünf Jahre Haft.

Ermittler bringen ihn mit der «Nordkreuz»-Gruppe in Verbindung, gegen die die Bundesanwaltschaft wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat ermittelt. Im Zentrum der Ermittlungen stehen ein Rostocker Anwalt und ein suspendierter Polizist aus einem Dorf bei Schwerin.

Prepper sind Menschen, die für Krisenzeiten Vorräte anlegen. Extreme Vertreter sind bereit, im Fall der Fälle ihre Interessen mit Waffengewalt durchzusetzen. Die «Nordkreuz»-Gruppe soll Menschen aufgelistet haben, die sie bei einem Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung internieren würde.

Bei einer neuerlichen Razzia am 12. Juni 2019 wurden bei Marko G. erneut zahlreiche Waffen sowie rund 31 000 Schuss Munition unterschiedlichen Kalibers sowie zahlreiche Sprengkörper gefunden, wie die Ermittler mitteilten. Nach dem Fund war darüber spekuliert worden, dass Teile der Munition bei Schießübungen des SEK abgezweigt worden sein könnten. Er wurde daraufhin in Untersuchungshaft genommen. Gegen drei weitere ehemalige oder damals noch aktive Polizisten, die auf freiem Fuß sind, laufen seit dieser Razzia Ermittlungen.

Der Angeklagte ist laut Gericht seit 1999 im Landesdienst der Polizei, war seit 2004 im Spezialeinsatzkommando und unter anderem als Präzisionsschütze und Schießtrainer tätig. Er wurde inzwischen vom Dienst suspendiert.

Das Ausmaß der offengelegten Kontakte von aktiven und früheren Polizisten in die «Prepper»-Szene hatte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) bestürzt und auch in Erklärungsnot gebracht. Er zog bereits Konsequenzen für die Arbeit des SEK.

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