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Probleme durch Waldbrände: Alle Feuer inzwischen gelöscht

27.06.2019 - Drei Waldbrände haben Feuerwehren im Nordosten und in Nordbrandenburg stark beschäftigt. Bei Lübtheen und Peenemünde brannte es auf munitionsbelasteten Flächen. An der Seenplatte stoppte ein Brand Züge der Bahn - darunter auch hunderte Besucher des «Fusion»-Festivals.

  • Auf Usedom brennt der Wald zwischen Peenemünde und Karlshagen. Das Waldgebiet gilt als munitionsbelastet. Foto: Tilo Wallrodt/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Auf Usedom brennt der Wald zwischen Peenemünde und Karlshagen. Das Waldgebiet gilt als munitionsbelastet. Foto: Tilo Wallrodt/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Peenemünde/Lübtheen (dpa/mv) - Drei Brände haben an einem der heißesten Tage des Jahres umfangreiche Feuerwehreinsätze und erhebliche Verkehrsprobleme im Nordosten verursacht. Erst mit dem Abzug der Hitze am Donnerstag hat sich die Lage bei zwei Bränden deutlich entspannt: in den munitionsbelasteten Gebieten zwischen Peenemünde und Karlshagen (Vorpommern-Greifswald) und bei Lübtheen (Ludwigslust-Parchim) konnten die Waldboden-Brände weitgehend gelöscht werden, teilten Sprecher der Polizei und der Landkreise mit.

Dank des schnellen Eingreifens der Feuerwehren habe am Mittwoch verhindert werden können, dass die Flammen bei der Hitze von bis zu 36 Grad auf Baumkronen übergreifen. «Wir sind bei dem Brand nahe Peenemünde mit einem blauen Auge davongekommen», sagte Kreissprecher Achim Froitzheim. Verletzte gab es den Angaben zufolge nicht.

Im Norden der Insel Usedom waren rund sechs Hektar Wald an einer alten Raketenfertigungsstätte, die 1945 von den Alliierten bombardiert worden war, betroffen. Es gab zwar auch Blindgänger unter den Sprengbomben, aber von denen gehen keine Gefahr aus, da sie 1,50 Meter und tiefer im Sand liegen, wie Froitzheim sagte. Bei Lübtheen waren ebenfalls rund sechs Hektar Wald in Brand geraten. Die Brandursache war in beiden Fällen noch unklar.

Durch die hohe Munitionsbelastung mussten Einsatzkräfte vor allem bei Lübtheen, wo es seit Dienstag brannte, Sicherheitsabstände von einem Kilometer einhalten. Ein Löschpanzer half, Brandschneisen mit Wasser nass zu halten und Glutnester zu bekämpfen. Am Donnerstagabend teilte der Landkreis mit, es hätten sich neue Glutnester entzündet und es komme zum Teil zu dichter Rauchentwicklung. Eine akute Gefährdung für Bewohner in den Dörfern Volzrade und Jessenitz-Werk, für die im Ernstfall eine Evakuierung erwogen worden war, bestand den Angaben zufolge nicht.

Am Mittwoch hatte zudem ein Waldbrand bei Fürstenberg an der Landesgrenze Brandenburgs zu Mecklenburg Behinderungen auf der Bundesstraße 96 und im Bahnverkehr zur Folge. Nach Angaben der Deutschen Bahn waren sechs Züge zwischen Berlin und Stralsund sowie Berlin und Rostock betroffen, darunter ein Sonderzug zum «Fusion»-Festival nach Lärz.

Die Bahnstrecke war 90 Minuten gesperrt. Wie eine Polizeisprecherin sagte, war das Feuer in der Nähe eines wilden Parkplatzes nördlich von Fürstenberg ausgebrochen. Etwa 1,5 Hektar Kiefernwald brannten. Rund 100 Feuerwehrleute konnten den Brand nach knapp vier Stunden löschen.

Ungeachtet der kurzzeitlichen Abkühlung mahnte Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) besondere Vorsicht in Wald und Flur an. Durch die hohen Temperaturen der vergangenen Tage habe sich in Mecklenburg-Vorpommern die Waldbrandgefahr drastisch erhöht. In vielen Teilen gelte bereits die zweithöchste Gefahrenstufe 4.

«Da sich die Wetterlage in den kommenden Tagen nicht wesentlich ändern soll, sind die Verhaltensregeln zur Vermeidung von Waldbränden strikt einzuhalten», forderte Backhaus. Nach seinen Angaben gehen 97 Prozent der Waldbrände auf fahrlässiges oder gar vorsätzliches Fehlverhalten von Menschen zurück. In diesem Sommer sei es landesweit bereits zu 38 Waldbränden gekommen, bei denen etwa 20 Hektar erfasst wurden.

Für seine Forderung nach eigenen Löschpanzern für den Einsatz in munitionsbelasteten Gebieten erhielt Backhaus geharnischte Kritik vom CDU-Koalitionspartner. Das Land habe bei der Übertragung der Gebiete wissen können, dass es bei Bränden teuer und aufwendig werden könne. «Deswegen ist es auch unlauter, erst das Gebiet unbedingt haben zu wollen und dann nach dem Bund zu krähen, wenn vor Ort kostspielige Löschpanzer eingesetzt werden müssen», sagte der umweltpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Burkhard Lenz.

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