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Protest in MV: «Meer Gelt führ billdunk!»

20.10.2019 - Kleinere Klassen, keine langen Anfahrtswege und regelmäßiger Unterricht - das sind auf den ersten Blick keine überzogenen Forderungen der Schüler. Aber sie könnten viel mehr Geld kosten als die Landesregierung zur Verfügung stellen will.

  • Eine Schülerin der zweiten Klasse schreibt das ABC an die Tafel. Foto: Daniel Reinhardt/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Schülerin der zweiten Klasse schreibt das ABC an die Tafel. Foto: Daniel Reinhardt/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schwerin (dpa/mv) - Vier Verbände haben am Samstag für mehr Geld im Bildungssystem Mecklenburg-Vorpommerns demonstriert. «Die Landesregierung muss eine ordentliche Schippe drauflegen», sagte die Regionalvorsitzende der Lehrer-Gewerkschaft GEW, Angela Gillmeier, bei einer Demo in Schwerin der Deutschen Presse-Agentur. Es brauche mindestens eine Verdopplung der bisher in Aussicht gestellten zusätzlichen 50 Millionen Euro pro Jahr.

Mit Blick auf die geplanten Mehrausgaben im Schulpaket entgegnete Bildungsministerin Bettina Martin (SPD): «Das ist sehr viel Geld. Das Schulpaket wird uns guten Spielraum geben, die Situation spürbar zu verbessern.» Mit den Mitteln plane die Landesregierung beispielsweise, das Gehalt der Grundschullehrer an die Gehälter von Lehrern der weiterführenden Schulen anzupassen. Zudem verwies Martin auf weitere 110 Millionen Euro aus dem Digitalpakt Schule, die bis 2024 zusätzlich zur Verfügung ständen.

Die von der GEW geforderten Mehrausgaben sollen laut Gewerkschafterin Gillmeier vor allem aus den Einsparungen der Landesregierung durch unbesetzte Stellen und den geringeren Löhnen von Berufsanfängern und Quereinsteigern kommen. Lehrkräfte müssen bis zu drei unbezahlte Überstunden die Woche machen und werden mit steigender Berufserfahrung besser bezahlt. Laut GEW gingen in den nächsten zehn Jahren etwa 8500 erfahrene und damit besser vergütete Lehrer in den Ruhestand.

Der ehemalige Landesschülervertreter Leo Radloff sagte am Rande der Demo: «Für Schüler ist wichtig, dass sie nicht mit 30 Leuten in einer Klasse sitzen, dass sie keine langen Anfahrtswege haben und dass nicht jeden Tag der Unterricht ausfällt.» Bildung sei das Letzte, woran man sparen sollte. «Die heutigen Schüler sind die Zukunft des Landes.» Man werde weiter demonstrieren, bis die Landesregierung ein schlüssiges Konzept vorlegt, sagte Radloff neben einem Plakat stehend, das «Meer Gelt führ billdunk!» forderte.

Der Protest in Schwerin, Rostock, Greifswald und Neubrandenburg wurde neben der GEW auch von der Landeskonferenz der Studierendenschaften, dem Verband Sonderpädagogik und dem Landesschülerrat unterstützt. In Schwerin demonstrierten laut Polizei etwa 300 Teilnehmer friedlich.

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