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Prozess in Rostock: Angeklagter weist Tötungsabsicht zurück

09.07.2019 - Ein Mann bestellt Frauen übers Internet zu sich nach Hause. Zwei Mal kommt es zu gewalttätigen Übergriffen. Sie sind so schlimm, dass der Mann wegen zweifachen versuchten Totschlags angeklagt wird.

  • Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Rostock (dpa/mv) - Mit der Verlesung der Anklage hat am Dienstag vor dem Landgericht Rostock der Prozess gegen einen 28 Jahre alten Mann wegen zweifachen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung begonnen. Die Anklage wirft dem Rostocker vor, zwei Frauen misshandelt zu haben, die er über ein Erotikportal im Internet kennengelernt und zu sich nach Hause eingeladen hatte. Dabei habe er den Tod der Frauen in Kauf genommen.

Der Angeklagte bestritt vor Gericht, dass er die Frauen töten wollte, nicht aber die Taten an sich. An den Verlauf der Treffen jedoch könne er sich nur wenig erinnern. An beiden Abenden habe er viel Alkohol getrunken. Viele Details habe er nur durch die Ermittlungen erfahren, behauptete der 28-Jährige. Da habe er gedacht, dass er das nicht sei.

Im Oktober 2018 knebelte und würgte der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft sein erstes Opfer. Außerdem stach er auf die 33 Jahre alte Frau ein. Sie konnte fliehen und ihn anzeigen. Der Angeklagte wurde zwei Tage später gestellt und vernommen. Er blieb auf freiem Fuß. Nach eigenen Angaben wollte der Angeklagte den Vorfall mit einem Psychologen aufarbeiten. Dazu sei es aber nicht gekommen.

Im Januar dieses Jahres drangsalierte er laut Anklage eine 40 Jahre alte Frau auf ähnliche Weise wie im ersten Fall. Am Ende alarmierte er telefonisch selbst die Polizei mit den Worten: «Ich ermorde gerade eine Frau.» Dann fügte er mehrmals ein «bitte» hinzu. Im Hintergrund des aufgezeichneten Notrufs, der im Gerichtssaal abgespielt wurde, ist eine stöhnende oder röchelnde Stimme zu hören. Wenig später wurde der Mann festgenommen.

Bei einer Wohnungsdurchsuchung wurden auf dem Laptop des Angeklagten Videos mit gewaltverherrlichenden Sexualpraktiken gefunden. Der Angeklagte willigte während des ersten Verhandlungstages ein, sich psychiatrisch begutachten zu lassen. Das Gericht teilte in einem rechtlichen Hinweis mit, dass im Falle einer Verurteilung zusätzlich zu einer Strafhaft die anschließende Sicherungsverwahrung des Angeklagten angeordnet werden könnte. Der Prozess wird am 19. Juli mit den Zeugenaussagen der beiden Geschädigten fortgesetzt. Insgesamt hat das Gericht sieben weitere Verhandlungstage anberaumt.

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