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Prozessbeginn um Mord an Rentner in Wittenburg

28.04.2019 - Vor rund einem halben Jahr wurde in Wittenburg ein Rentner in seinem Bett umgebracht. Die Überwachungskamera filmte einen Asylbewerber bei der Tat. Er war von der Tochter des Opfers engagiert worden, muss sich nun wegen Mordes vor Gericht verantworten.

  • Kerzen zum Gedenken an einen 85-jährigen Rentner. Foto: Daniel Bockwoldt/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Kerzen zum Gedenken an einen 85-jährigen Rentner. Foto: Daniel Bockwoldt/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schwerin (dpa/mv) - Sechseinhalb Monate nach dem Mord an einem 85-jährigen Rentner in Wittenburg (Landkreis Ludwigslust-Parchim) beginnt an diesem Montag der Prozess vor dem Landgericht Schwerin. Angeklagt ist ein abgelehnter Asylbewerber aus Afghanistan, der von der Tochter des Opfers für Arbeiten am Haus engagiert worden war. Der junge Mann war am Vorabend der Tat in Wittenburg eingetroffen. Die Tochter ist Nebenklägerin und soll am ersten Verhandlungstag auch als Zeugin aussagen, wie ein Gerichtssprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Sie hatte den Afghanen, der in einer Gemeinschaftsunterkunft im Raum Zwickau in Sachsen lebte, laut Staatsanwaltschaft schon im Sommer 2018 kurzzeitig für die Pflege ihres Vaters in dessen Einfamilienhaus in Wittenburg engagiert. Zum Zeitpunkt der Tat war demnach zudem ein Pfleger aus Bosnien im Haus. Dieser beobachtete die Tat über die Kamera eines Babyphones, das zur Überwachung im Schlafzimmer des pflegebedürftigen Rentners aufgestellt war.

Der Afghane, dessen Alter unklar ist, soll dem 85-Jährigen in der Nacht zum 17. November 2018 die Kehle durchgeschnitten haben. Anschließend flüchtete er in Richtung Hamburg und wurde einen halben Tag später an der A24-Anschlussstelle Talkau (Schleswig-Holstein) aufgegriffen. Zuvor hatte er wohl Autofahrer unter anderem an der Autobahn-Tankstelle Gudow angesprochen, ob sie ihn nach Hamburg mitnehmen könnten. Zwei von ihnen sollen ebenfalls am Montag als Zeugen vernommen werden.

An der Anschlussstelle Talkau soll der Angeklagte ebenfalls versucht haben, als Anhalter mitgenommen zu werden. Dabei fiel sein Zustand auf - er war laut Staatsanwaltschaft nur dünn bekleidet. Ein Rettungswagen und die Polizei kamen und der Mann wurde schließlich festgenommen.

Das Alter des Angeklagten könnte im Lauf des Prozesses noch eine Rolle spielen: Die Personaldokumente weisen als Geburtsdatum den 1. Januar 1998 aus. Damit wäre er zum Tatzeitpunkt 20 Jahre alt gewesen - weshalb er als Heranwachsender gelten und das Jugendstrafrecht angewendet werden könnte. Es sieht mildere Strafen vor als das Erwachsenenstrafrecht. Für Mord gibt es nach Jugendstrafrecht maximal zehn Jahre Haft, nach Erwachsenenstrafrecht ist lebenslang möglich.

Eine Altersfeststellung durch einen Gutachter in der Untersuchungshaft ergab nach Angaben der Staatsanwaltschaft aber, dass er «mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit» älter als 21 ist. Die Staatsanwaltschaft geht von persönlichen Motiven für die Tat aus - einen politischen oder religiösen Hintergrund hatte sie schon früh ausgeschlossen. In Vernehmungen soll der junge Mann die Tat nicht eingeräumt, aber sinngemäß gesagt haben: «Alter Mann immer krank.» Für den Prozess sind zunächst sieben Verhandlungstage bis Ende Mai angesetzt.

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