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Rechtsextremisten sammelten Informationen über Polizisten

06.07.2020 - In drei Bundesländern durchsuchen Polizisten Gebäude nach Hinweisen auf einen mutmaßlichen Anschlag auf eine Moschee im brandenburgischen Wittenberge. Die Ermittler werten nun umfangreiche Daten aus. Eine Erkenntnis haben sie schon gewonnen.

  • Der Schriftzug "Polizei" an einem Polizeirevier. Foto: Boris Roessler/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Schriftzug "Polizei" an einem Polizeirevier. Foto: Boris Roessler/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach einer Großrazzia gegen die rechtsextreme Organisation «Freie Kräfte Prignitz» gehen die Ermittler davon aus, dass die Gruppe Informationen über Polizisten gesammelt hat. Der Staatsschutz des Landeskriminalamts Brandenburg habe Erkenntnisse, dass Daten über Personen, Familienverhältnisse und Dienststellen sowie auch über Tarnkennzeichen von Zivilfahrzeugen zusammengetragen worden seien, sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums Brandenburg, Torsten Herbst, am Montag auf Anfrage.

Ziel sei gewesen, Polizeimaßnahmen früh zu erkennen, um Gegenstrategien zu entwickeln. Mit Razzien in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern waren die Beamten gegen die Neonazi-Gruppe vorgegangen.

Der Polizei lagen nach eigenen Angaben Hinweise vor, dass sieben Männer einen Brandanschlag mit einem Molotow-Cocktail auf eine Moschee in Wittenberge (Prignitz) planten. Die Gruppe soll zudem Angriffe auf Geschäfte beabsichtigt haben, die von Inhabern mit Migrationshintergrund geführt werden. Die Ermittler werten nun die sichergestellten Daten aus mehr als 20 Mobilfunktelefonen, diversen Laptops und Speichermedien aus. Das könne noch mehrere Wochen in Anspruch nehmen, was unter anderem an der schieren Menge der sichergestellten Gegenstände liege, sagte Herbst.

Bei den Durchsuchungen in sechs Objekten wurden nach Polizeiangaben unter anderem Waffen wie Handgranaten, Schreckschuss- und scharfe Munition sowie Nazi-Devotionalien wie eine Armbinde mit aufgedrucktem Hakenkreuz sichergestellt. Die Polizei hatte vier Objekte in den Brandenburger Landkreisen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin sowie jeweils ein weiteres Objekt in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt durchsucht. Aus der bisherigen Prüfung hätten sich keine möglichen weiteren Straftatbestände ergeben, erklärte die Polizei am Montag. Die Ermittlungen stünden aber noch am Anfang.

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