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Schulärztliche Untersuchungen fallen vielerorts aus

12.08.2020 - Die gesetzlich vorgeschriebenen ärztlichen Schuluntersuchungen in der vierten Klasse fallen vielerorts aus. Im Schuljahr 2018/19 wurde zum Beispiel in Schwerin nur rund jeder neunte Viertklässler untersucht (11,4 Prozent), wie aus der Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken im Landtag hervorgeht. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim waren es 42,1 Prozent, in Nordwestmecklenburg 64 Prozent und im Landkreis Rostock 65,8 Prozent. Fast das Gesetz erfüllt haben demnach die Landkreise Mecklenburgische Seenplatte, Vorpommern-Rügen, Vorpommern-Greifswald und die Hansestadt Rostock, wo der Schularzt jeweils neun von zehn Viertklässlern gesehen hat.

  • Eine Schulärztin untersucht in einer Grundschule ein Mädchen. Foto: picture alliance / dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Schulärztin untersucht in einer Grundschule ein Mädchen. Foto: picture alliance / dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bei den zahnärztlichen Schuluntersuchungen der Grundschüler sieht es den Angaben zufolge etwas besser aus: In drei Landkreisen und in der Landeshauptstadt Schwerin kam der Schulzahnarzt zu mehr als 90 Prozent der Kinder, in Rostock und zwei weiteren Landkreisen waren es zwischen 63 und 74 Prozent. Für den Landkreis Ludwigslust-Parchim wurden keine Daten genannt.

Das Land erfüllt seit vielen Jahren sein eigenes Gesetz zu den Schuluntersuchungen nicht, wie die veröffentlichten Zahlen belegen. Dass wirklich einmal alle Kinder der Klassenstufe vier in einer Region vom Schularzt untersucht wurden, kam bislang nur ganz vereinzelt vor. Als Grund gilt Personalmangel in den Gesundheitsämtern der Landkreise und kreisfreien Städte, die für die Untersuchungen zuständig sind. Das Ministerium räumte gegenüber dem NDR Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung in den Ämtern ein.

Die Linke sprach NDR 1 Radio MV gegenüber von erschütternd mangelhaften Zahlen, das Land missachte sein eigenes Gesetz. Es müsse die Gesundheitsämter besser ausstatten und die Ärzte dort besser bezahlen, forderte die Fraktionsvorsitzende Simone Oldenburg. Der Gesundheitspolitiker der SPD-Landtagsfraktion, Julian Barlen, forderte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) auf, die bestehenden Personalmängel rasch zu beseitigen. Dafür solle der Minister das Hilfspaket des Bundes für den Öffentlichen Gesundheitsdienst im Umfang von vier Milliarden Euro nutzen. Für Mecklenburg-Vorpommern stünden daraus 80 Millionen Euro bereit.

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