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Schwesig: Mehr Anerkennung für Ostdeutsche

16.10.2019 - In Waren an der Müritz gingen 1989 erstmals im Norden Demonstranten auf die Straßen. Es folgten Mauerfall, Wiedervereinigung und eine gewaltige Umstrukturierung, die viele Lebensläufe radikal veränderte. Dafür forderte Ministerpräsidentin Schwesig nun mehr Anerkennung.

  • Gottesdienst in Kirche St. Georgen zur Festveranstaltung «30 Jahre Friedliche Revolution». Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Gottesdienst in Kirche St. Georgen zur Festveranstaltung «30 Jahre Friedliche Revolution». Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Waren (dpa/mv) - Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat mehr Anerkennung und Respekt für die Menschen in Ostdeutschland gefordert. Die Ostdeutschen hätten vor 30 Jahren für die nachfolgenden Generationen Freiheit und Demokratie erkämpft und danach eine gewaltige Aufbruchleistung vollbracht, erklärte Schwesig am Mittwoch in Waren an der Müritz. Die Ministerpräsidentin sprach vor rund 500 Gästen in der Marienkirche beim Festakt des Landtages anlässlich der ersten öffentlichen Demonstration im Nordosten vor 30 Jahren. «Unser Leben wäre anders verlaufen, wenn damals nicht so viele so mutig gewesen wären», sagte Schwesig.

Zuvor hatten mehrere Hundert Menschen bei einem Gottesdienst in der St. Georgenkirche und mit einem Gang bei Regen durch die Warener Altstadt an den Beginn der Demonstrationen im damaligen Norden der DDR erinnert. «Die Menschen haben sich und anderen Freiheit und Menschenwürde unter hohem persönlichen Einsatz erkämpft», sagte die Landesbischöfin der evangelisch-lutherischen Nordkirche, Kristina Kühnbaum-Schmidt. Von der St. Georgenkirche aus waren am 16. Oktober 1989 zum ersten Mal in den drei Nordbezirken Menschen aus Protest gegen die DDR-Machthaber auf die Straße gegangen. Auch Ministerpräsidentin Schwesig (SPD) nahm an dem Gottesdienst und dem folgenden «Kerzengang» teil.

Rund 300 Menschen waren 1989 mit Kerzen und beobachtet von der DDR-Staatssicherheit durch die Altstadt zur Marienkirche gezogen. «Unser Motto war: Eine Hoffnung lernt laufen», sagte Christoph de Boor, einer der Initiatoren der Aktionen in Waren an der Müritz. Nach der Großdemonstration am 9. Oktober 1989 in Leipzig hatte man Hoffnung geschöpft, dass es in der DDR «nicht zu einer chinesischen Lösung kommt.» Kurz nach den Warenern waren auch in Rostock, Greifswald, Neubrandenburg und Schwerin sowie vielen kleineren Städten Tausende Menschen für Demokratie auf die Straßen gegangen.

Die Erinnerung an die friedliche Revolution von 1989 habe noch nicht den Stellenwert, den sie haben sollte, sagte Landtagspräsidentin Birgit Hesse (SPD). Das könne daran liegen, dass viele Enttäuschungen nach 1990 dies bisher wohl verhinderten. Hesse kündigte die Aufstellung eines zentralen Gedenkzeichens in Waren an der Müritz an. Schwesig war 1989 erst 15 Jahre alt und stammt aus Ostdeutschland, Hesse war damals 14 und lebte westlich der innerdeutschen Grenze.

In ihrer Predigt war die Bischöfin zuvor auch auf den Terrorakt von Halle und die Folgen eingegangen. Heute gehe es darum, die Menschenrechte in der Demokratie vor ihren Gegnern zu schützen, sagte Kühnbaum-Schmidt. Die Leute müssten sich einsetzen für die Unantastbarkeit der Würde aller Menschen. Auch die sozialen Netzwerke dürften nicht denen überlassen werden, die Hass und Hetze propagieren. Eine Kerze anzuzünden wie damals 1989 sei auch heute ein wichtiges Zeichen.

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