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Segelschulschiff «Greif»: Denkmal von nationaler Bedeutung

04.08.2020 - Millionenschwere Sanierung, Verbleib als Museumsschiff oder gar Verkauf? Das Schicksal des maroden Segelschulschiffs «Greif» in Greifswald soll sich im Herbst entscheiden. Dann stimmt die Bürgerschaft ab.

  • Ein Schild mit dem Schiffsnamen am Bug des Segelschulschiffes «Greif». Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Schild mit dem Schiffsnamen am Bug des Segelschulschiffes «Greif». Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das derzeit seeuntüchtige Segelschulschiff «Greif» ist als Denkmal von nationaler Bedeutung eingestuft worden. Damit stehe die Stadt Greifswald in der Verantwortung, es zu erhalten, sagte Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) am Dienstag laut Pressemitteilung. Bund, Land und verschiedene Stiftungen hätten ihre Unterstützung signalisiert. Die Greifswalder Bürgerschaft soll im Herbst darüber abstimmen, ob das Schiff als mobiles Denkmal erhalten wird oder ob es als Museumsschiff dauerhaft im Hafen liegen bleibt. Die Stadtvertreter könnten aber auch für einen Verkauf des 69 Jahre alten Schiffes stimmen. Zuvor hatten andere Medien darüber berichtet.

Laut Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern ist der Traditionssegler das einzige in der DDR gebaute Segelschulschiff und ebenfalls das einzige Hochseesegelschiff, das in der DDR entstand. Aufgrund des erhaltenen Schiffskörpers und der in wesentlichen Teilen erhaltenen technischen Ausstattung sei es das einzige Schiff mit derartigem Dokumentationswert. Es stand bereits als bewegliches Kulturdenkmal in der Denkmalliste des Landes.

Das Segelschiff wurde 1951 in der Rostocker Warnowwerft gebaut. Es wurde auf den Namen des ersten DDR-Präsidenten Wilhelm Pieck getauft. «Für die 1948 gegründete Warnowwerft bedeutete der Bau dieses Segelschulschiffs den Beginn des Baus von Stahlschiffen, die später in Serienfertigung hergestellt wurden», teilte das Landesamt weiter mit. Seit 1991 wird es von der Stadt Greifswald als Segelschulschiff «Greif» betrieben. Damals war es umfassend instandgesetzt worden.

Bei einem Check in der Peene-Werft Wolgast waren im Winter unerwartet große Schäden an der Außenhaut festgestellt worden. Die Segelsaison wurde deshalb abgesagt. Nach 30 Jahren ist nun erneut eine Grundinstandsetzung nötig. Dazu gehört unter anderem die Reparatur des Stahlrumpfs, die Aufarbeitung der Decks und Aufbauten, die Erneuerung von Takelage und ein neues Innenraumkonzept. Ein Sanierungskonzept liegt vor, die Ausgaben werden auf 3,5 Millionen Euro netto geschätzt. Sollte sich die Bürgerschaft für eine Sanierung ab 2021 aussprechen, wären Segeltörns voraussichtlich wieder ab 2022 möglich.

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