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Start der Apfelernte: Mai-Fröste dämpfen Ertragserwartungen

30.08.2019 - Verglichen mit dem Alten Land bei Hamburg gelten die Mecklenburger Apfel-Gebiete als eher bescheiden. Die Ertragserwartungen für dieses Jahr wurden zudem durch Nachtfröste während der Apfelblüte erheblich gedämpft. Nun beginnt mit der Ernte die Zeit der Wahrheit.

  • Äpfel der Sorte «Goldparmäne» reifen an einem Baum. Foto: Martin Gerten/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Äpfel der Sorte «Goldparmäne» reifen an einem Baum. Foto: Martin Gerten/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schwechow (dpa/mv) - In Mecklenburg-Vorpommern hat die Apfelernte offiziell begonnen. Beim traditionellen Anpflücken auf einer Plantage bei Schwechow (Kreis Ludwigslust-Parchim), an dem auch Apfelblüten-Königin Nane Coorßen teilnahm, warb Agrarstaatssekretär Jürgen Buchwald für den Kauf heimischer Früchte und daraus gewonnener Säfte. Er appellierte an die Verbraucher, den regionalen Apfelanbau zu unterstützen.

Wegen der gesundheitsfördernden Wirkung sei der Apfel wichtiger Bestandteil des Schulobstprogramms, mit dem Kinder in Mecklenburg-Vorpommern an eine gesunde Ernährung herangeführt würden. Im gerade gestarteten Schuljahr nähmen 119 Grund- und Förderschulen mit 18 700 Schülern teil. Für die wöchentliche Portion Trinkmilch und Obst oder Gemüse stellten Land und EU in diesem Jahr 740 000 Euro bereit.

Mecklenburg-Vorpommern gehört mit einer Anbaufläche von 1700 Hektar zu den kleineren Apfelproduzenten in Deutschland. Die Plantagen im Alten Land nahe Hamburg etwa sind mit rund 9000 Hektar vielfach größer. Doch verwies Buchwald darauf, dass mehr als ein Drittel der Flächen im Nordosten ökologisch bewirtschaftet würden. Zur Konkurrenzfähigkeit der so gewonnenen Früchte gegenüber Äpfeln aus Südtirol oder Übersee, die oft die Auslagen bestimmen, sagte er nichts.

Nach dem Spitzenergebnis von 44 000 Tonnen im Jahr 2018 stellen sich die Obstbauern in dieser Saison auf deutlich geringere Erträge ein. Prognosen zufolge sei nur mit bis zu 15 000 Tonnen zu rechnen, sagte Obstanbauberater Rolf Hornig von der LMS Agrarberatung. Das wäre die mit Abstand geringste Menge seit Jahren. Gründe dafür seien Nachtfröste zur Apfelblüte im Frühjahr und kühle Temperaturen, die den Ausflug der Bienen und anderer Bestäuber-Insekten deutlich bremsten.

Laut Buchwald wird von ähnlich massiven Blütenfrostschäden auch aus Brandenburg berichtet. In den übrigen deutschen Anbaugebieten zeichne sich hingegen eine Normalernte ab. Alles in allem werde die bundesweite Apfelernte aber deutlich unter der Marke von einer Million Tonnen bleiben. Der Statistik zufolge ist der Apfel mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 21,3 Kilogramm im Jahr die beliebteste Frucht in Deutschland. Insgesamt nimmt jeder Einwohner im Schnitt 69,5 Kilogramm Obst zu sich.

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