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Stemme baut Flugzeugproduktion aus und sucht Leute

16.07.2019 - Im Kompetenzzentrum Flugzeugbau bei Pasewalk scheint die lange anhaltende Flaute vorbei: Der Hersteller Stemme hat das Werk übernommen - und baut die Produktion deutlich aus. An weiteren Flächen sei man interessiert, heißt es.

  • Leichtflugzeugbauer von der Stemme AG in Strausberg arbeiten an Motorsegelflugzeugen vom Typ Stemme S6. Foto: Patrick Pleul/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Leichtflugzeugbauer von der Stemme AG in Strausberg arbeiten an Motorsegelflugzeugen vom Typ Stemme S6. Foto: Patrick Pleul/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Pasewalk/Strausberg (dpa) - Der Sportflugzeughersteller Stemme AG (Strausberg) baut die Produktion am Standort Pasewalk (Vorpommern-Greifswald) stark aus. Wie Betriebsleiter Klaus-Peter Hartmann am Dienstag erklärte, sind inzwischen 80 Mitarbeiter im Remos-Werk am Flugplatz Franzfelde bei Pasewalk tätig, mehr als doppelt so viele wie bei der Remos-Übernahme im Jahr 2017. «Wir suchen außerdem noch 20 weitere Mitarbeiter», sagte Hartmann bei einem Besuch von Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD). Monatlich werden Kunststoffteile für zwei Motorsegelflieger von Stemme und ein Ultraleichtflugzeug der Remos-Reihe produziert.

Stemme ist in der Flugsportszene vor allem durch Segelflugzeuge bekannt, die durch einen eigenen Motor allein starten und landen können, betonte Hartmann. In der Regel müssen Segelflugzeuge sonst durch Winden oder andere Antriebe in die Luft gehievt werden. Die Maschinen des Typs S 12 haben eine Spannweite von 25 Metern. In Pasewalk soll bis Ende 2019 die gesamte Kunststoffteileproduktion erfolgen, die Endmontage und Auslieferung erfolgt über den Fertigungsstandort Strausberg bei Berlin.

Stemme hat an beiden Standorten insgesamt 180 Mitarbeiter und liefert die Motor-Segelflieger weltweit aus. Nach Angaben von Hartmann sind die Aufträge bereits bis Herbst 2020 gesichert. Mit der Stadt Pasewalk sei man im Gespräch, um weitere Flächen zu erwerben. Stemme wurde 1984 in Berlin gegründet und ging 1993 nach Strausberg.

Das Werk in Franzfelde bei Pasewalk gilt als derzeit größtes Flugzeugwerk in Mecklenburg-Vorpommern und hat eine eigene Start- und Landebahn unweit der Autobahn 20 Lübeck-Stettin. Es war vor 13 Jahren mit großer öffentlicher Förderung entstanden.

Nach zeitweise hohen Produktionszahlen und ebenfalls bis zu 100 Beschäftigten geriet Remos als Hersteller des Ultraleichtflugzeuges in wirtschaftliche Schwierigkeiten und meldete 2014 Insolvenz an. Der Standort stand mehrfach vor dem Aus, bis zur Übernahme durch die Strausberger Flugzeugbauer.

«Das Werk ist für die Region Vorpommern sehr wichtig», erklärte Dahlemann. In Vorpommern habe mit Flugpionier Otto Lilienthal (1848-1896) das Fliegen begonnen. Firmen sollten sich nun verstärkt um Menschen bemühen, die wegen fehlender Jobs seit 1990 Vorpommern verlassen hatten. So unterstütze die Landesregierung unter anderem ein Welcome-Center für Rückkehrer in Pasewalk. «Zwei solcher Rückkehrer, die bisher in Hamburg und München auf Montage waren, haben wir bereits eingestellt», erläuterte Hartmann. Auch Berufsfremde könnten Kunststoffproduktion lernen.

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