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Stimmung am MV-Arbeitsmarkt leicht aufgehellt

01.09.2020 - Die Zahl der Erwerbslosen ist im Vergleich zum Juli leicht gesunken. Kurzarbeit ist aber nach wie vor ein Stabilitätsanker.

  • Eine Frau geht in ein Jobcenter der Agentur für Arbeit. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Frau geht in ein Jobcenter der Agentur für Arbeit. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Stimmung am Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern hat sich im August etwas aufgehellt. Die Zahl der Erwerbslosen sank seit Juli leicht um 1,1 Prozent auf 65 100. Es sind aber aufgrund der Corona-Krise immer noch rund 10 000 Menschen mehr ohne Job als im August 2019, wie die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Kiel mitteilte. Die Erwerbslosenquote liege jetzt bei 7,9 Prozent. Im August 2019 lag sie bei 6,7 Prozent.

Für positive Impulse sorgten im August Handel, Logistik, Lebensmittelherstellung und der Tourismus, wie die Chefin der Regionaldirektion Margit Haupt-Koopmann, sagte. Sie hätten von den Corona-Lockerungen profitiert. Insgesamt sei die Situation am Arbeitsmarkt aber weiter schwierig, die Auswirkungen der Pandemie seien deutlich sichtbar. «Die Kurzarbeit ist ein wichtiger Stabilitätsanker. Im Mai war jeder sechste sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Kurzarbeit.»

Nach Worten von Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) wird trotz Corona-Krise auch weiter investiert. Es gebe einige Neuansiedlungen im Land - aktuell vor allem in Vorpommern, erklärte er. «Hierzu zählen die Bereiche der Lebensmittelindustrie und des verarbeitenden Gewerbes. Hier können nach Umsetzung der Vorhaben über 200 neue Jobs entstehen.»

Die Wirtschaft begrüßte die gerade vom Bund beschlossene Verlängerung des Kurzarbeitergeldes bis Ende 2021, kritisierte aber, dass die vollständige Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge ab der zweiten Jahreshälfte 2021 an Weiterbildungsmaßnahmen gekoppelt sei. Das sei «diskriminierend und völlig praxisfern», sagte der Geschäftsführer der Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern, Jens Matschenz. «Unsere Erfahrungen zeigen deutlich, dass sowohl größere als auch die vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen in Zeiten coronabedingter Kurzarbeit überhaupt nicht in der Lage sind, Qualifizierungsmaßnahmen in den vorgeschriebenen Größenordnungen praktisch umzusetzen.»

Während an den Berufsschulen bereits das neue Schuljahr beginnt, sind nach Angaben der Regionaldirektion noch immer rund 2700 Ausbildungsplätze in Mecklenburg-Vorpommern unbesetzt und rund 1700 Jugendliche auf der Suche. Haupt-Koopmann appellierte an die Jugendlichen, nicht aufzugeben und weiter nach einem passenden Ausbildungsplatz zu suchen. «Es gibt noch ganz viele Chancen in über 150 Ausbildungsberufen in Mecklenburg-Vorpommern», sagte sie. «Man kann auch in den kommenden Monaten noch einsteigen.» Die Berufsschulen seien darauf eingestellt, dass in diesem Jahr einiges später greife.

Im Bereich der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin liegt zum Beispiel die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge aktuell zwölf Prozent unter Vorjahresniveau, wie die Kammer mitteilte. Fast täglich gingen aber neue Verträge ein. «Damit geht der Aufholprozess mit kleinen Schritten, aber stetig weiter voran», sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Siegbert Eisenach.

Der Vorsitzende des DGB Nord, Uwe Polkaehn, sagte, die Corona-Krise treffe vor allem prekär Beschäftigte wie Minijobber, befristet Beschäftigte und Menschen in Leiharbeit. «So sind besonders junge Menschen in ungefestigten Arbeitsverhältnissen sowie An- und Ungelernte von einem Verlust des Arbeitsplatzes betroffen», sagte er und forderte die Unternehmen auf, über die erst kürzlich ausgeweitete Kurzarbeit ihre Beschäftigten zu halten und die Zeit für Weiterbildung der Belegschaften zu nutzen.

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