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Trauerfeier für Mehmet Turgut: Warnung vor rechter Gewalt

25.02.2020 - Der mutmaßlich rassistisch motivierte Anschlag von Hanau mit insgesamt elf Toten brachte eine hohe Brisanz in die Veranstaltung zum Gedenken an Mehmet Turgut. Der war vor 16 Jahren vom Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) ermordet worden.

  • Ein Bild des NSU-Opfers Mehmet Turgut steht bei der Gedenkstunde am Todestag an der Gedenkstätte am Tatort. Foto: Jens Büttner/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Bild des NSU-Opfers Mehmet Turgut steht bei der Gedenkstunde am Todestag an der Gedenkstätte am Tatort. Foto: Jens Büttner/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Rostock (dpa/mv) - Im Rostocker Stadtteil Toitenwinkel haben rund 150 Menschen dem vor genau 16 Jahren ermordeten Mehmet Turgut gedacht. Der 25-jährige Türke war 2004 in einem Imbiss im Stadtteil Toitenwinkel vom sogenannten Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) erschossen worden. Bürgerschaftspräsidentin Regine Lück verwies in ihrer Ansprache auf die Reihe von Gewalttaten, die deutschlandweit in den vergangenen Monaten aus rassistischen und menschenverachtenden Motiven heraus verübt worden sind.

Dazu zählte sie den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, den Anschlag auf die Synagoge von Halle genauso wie die jüngste Bluttat von Hanau. Dafür sei ein Mann mit einer «zutiefst rassistischen Gesinnung» verantwortlich, sagte Lück. Deshalb müsse das Gedenken an die Ermordeten auch mit einer Mahnung verbunden sein. «Wir dürfen nicht zulassen, dass Vorurteile, Gewalt und Rassismus in unserer Gesellschaft noch weiter Fuß fassen.»

Peter Ritter von den Linken verwies in einer Erklärung darauf, dass die rechte Terrorszene «offenbar ungebremst mobil» macht. Dafür seien auch die mitverantwortlich, die rassistische und menschenverachtende Parolen salonfähig gemacht haben. «Kassel, Halle, Hanau - die Saat der rechten Hetzer und geistigen Brandstifter geht auf.»

Turgut hatte an dem Imbiss ausgeholfen, als er Opfer des NSU wurde. Das Kerntrio Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt hatte fast 14 Jahre lang im Untergrund gelebt. In dieser Zeit ermordeten die Männer neun Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft und eine Polizistin. Sie begingen außerdem zwei Sprengstoffanschläge und mehr als ein Dutzend Raubüberfälle. 2011 flog das Trio auf. Die beiden Männer wurden tot in einem ausgebrannten Wohnmobil gefunden. Das Oberlandesgericht München verurteilte Zschäpe im Juli 2018 wegen zehnfachen Mordes zu lebenslanger Haft.

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