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Trickbetrüger weiter aktiv: Schon 437 000 Euro Schaden

05.06.2019 - Ob falsche Polizisten oder falsche Enkel, Trickbetrüger nutzen viele Tarnungen, um an das Geld ihrer Opfer zu kommen. Auf die teilweise perfiden Maschen fallen zwar immer weniger Menschen herein. Der Schaden ist im Einzelfall mitunter aber enorm.

  • Zahlreiche Banknoten von 10, 20 und 50 Euro liegen auf einem Tisch. Foto: Monika Skolimowska/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Zahlreiche Banknoten von 10, 20 und 50 Euro liegen auf einem Tisch. Foto: Monika Skolimowska/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Rampe (dpa/mv) - Trickbetrüger finden allen Warnungen zum Trotz in Mecklenburg-Vorpommern noch immer zahlreiche Opfer und erbeuten dabei oft auch hohe Geldbeträge. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres ergaunerten vermeintliche Verwandte, falsche Polizisten und Gewinnspielbetrüger insgesamt bereits 437 000 Euro. Das sei schon fast so viel wie im gesamten Vorjahr, als die Schadenssumme 523 000 Euro betragen habe, sagte Charlotte Eckert vom Landeskriminalamt (LKA) am Mittwoch in Rampe bei Schwerin.

Die Spanne der Verluste reiche von wenigen 100 bis hin zu 70 000 Euro. Die Chance, die meist aus dem Ausland gesteuerten Täter zu fassen und das übergebene Geld zurückzubekommen, sei gering, machte Eckert deutlich. Sie mahnte zu genereller Vorsicht, wenn Unbekannte Geldforderungen erheben, ob am Telefon, im Internet oder an der Haustür.

Am häufigsten werde weiterhin der sogenannte Enkeltrick angewandt, bei dem sich Anrufer als Enkel oder andere Verwandte ausgeben und ihre Opfer bitten, ihnen aus einer finanziellen Notlage zu helfen. In den ersten fünf Monaten registrierten die Polizeibehörden laut Eckert landesweit 350 solcher Versuche. Das war fast die Hälfte aller bekannt gewordenen 739 Betrugsversuche. Die meisten dieser Anrufe kämen aus Call-Centern in der Türkei, vor Ort seien dann Handlanger unterwegs.

Eckert verwies auf einen Vorfall, der sich im Februar in Malchow (Mecklenburgische Seenplatte) ereignete. Dabei habe sich ein Mann am Telefon als Verwandter ausgegeben, der dringend Geld für einen Hauskauf benötige. Das ältere Ehepaar habe daraufhin 37 000 Euro von der Bank geholt und zusammen mit 13 000 Euro, die es zu Hause hatte, in einer Plastiktüte an eine fremde Frau überreicht. Die Übergabe von weiteren 45 000 Euro kam nicht zustande, weil die Bank skeptisch wurde und einschritt.

In 213 Fällen meldeten sich vermeintliche Polizisten und forderten unter verschiedenen Vorwänden die Herausgabe von Geld. Als Beispiel nannte Eckert einen Fall, der sich ebenfalls im Februar in Schwerin ereignete. So hätten sich die Anrufer als Polizisten des LKA Berlin ausgegeben und ihre Opfer damit in Angst versetzt, dass deren Namen auf der Liste einer rumänischen Einbrecherbande stehe. Die Täter brachten die Angerufenen dazu, ihre Ersparnisse von der Bank zu holen und einer vermeintlichen Polizisten in zivil zu übergeben, die überprüfen solle, ob es sich um Falschgeld handele. Der so entstandene Schaden betrug 22 000 Euro.

Häufig sei auch Gewinnspielbetrug, bei dem den Opfern vorgegaukelt werde, sie hätten Geld gewonnen, müssten vor der Auszahlung aber zunächst Gebühren entrichten. Die Aussicht auf einen hohen Gewinn lasse in Einzelfällen die Vorsicht schrumpfen. Doch zeige sich auch, dass trotz zunehmender Betrugsversuche - 2018 waren es 1442 - die Erfolgsquote der Täter sinke, sagte Eckert. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2019 habe diese bei 4,3 Prozent gelegen. Bei 739 Versuchen fielen die Opfer 32 Mal auf die Maschen der Täter herein. 2018 gab es 99 vollendete Taten, die Quote lag damit bei 6,9 Prozent.

Die hohe Zahl gescheiterter Betrugsversuche führte Eckert auf die gewachsene Sensibilität der Bevölkerung für das Thema zurück. Neben Medienberichten über Einzelfälle trage dazu auch die Präventionsarbeit der Polizei bei. Zielgruppen seien dabei neben den Rentnern auch Bankangestellte und Taxifahrer, die ältere Menschen häufig davor bewahrten, Geld an Unbekannte zu übergeben und so ihr Erspartes zu verlieren.

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